Ebenfalls im Stadtquartier Affoltern sehen wir die ganz anders geartete Grosssiedlung «Klee» und damit die mögliche Vielfalt von Bebauungsmustern: Die sieben Schmetterlinge – wie im letzten Posting gezeigt – legen sich über eine gemeinsame Geländekante, die Siedlung «Klee» breitet sich in der Ebene aus. Der Name kommt vom Kleeblatt, das einen simplen Blockrand mit Ein- und Ausbuchtungen undulieren lässt. Der Innenhof wird dadurch in mehrere Buchten gegliedert. Aus einem für den menschlichen Massstab zu grossen und langweiligen Hof werden kleinere verschieden nutzbare Bereiche. Den einspringenden Ecken entsprechen drei überhohe Zugänge. Die Grossform generiert als Gegenstück auch im Äusseren drei Buchten, die auf ihre Art nutzbar sind. Das ist, was Architektur im Siedlungsbau leisten kann, wenn sie engagiert ist.
Die Architekten Knapkiewicz & Fickert bauten die Siedlung Klee 2014 für die Gemeinnützige Bau- und Mietergenossenschaft sowie die Baugenossenschaft Hagenbrünneli. Wenn sich die Richtigen zusammentun, entsteht mit 340 Wohnungen nicht nur Grosses, sondern auch gute Gestaltung im menschlichen Massstab.
Kommt im Gegensatz dazu eine Swiss Life, wie in Leutschenbach, wird ein Hochhaus neben die Mustersiedlung «Mehr als Wohnen» gepflanzt und Kinder müssen ein isoliertes und wenig glückliches Hors-Sol-Leben fristen.
Die eingangs beschriebene Qualität und Varietät ist mit so viel Bodenbezug und Geborgenheit der Bewohner und ihrer Kinder im Hochhaus nicht zu haben. Darum ist es wichtig, in den Quadratkilometern der Aussenquartiere die Möglichkeit für solche wertvolle Baumuster auch für die Zukunft zu sichern und den Einzug von Wohnsilos zu verhindern. Diese Perspektive sah auch der Gemeinderat. Deshalb rechts nochmals die Abstimmungsempfehlung für den 27. September.