Alle Siedlungen, die letzthin beschrieben wurden, sind ein Reich für Kinder; ein Lebensraum, der ihre Entwicklung begünstigt. Die Beziehung Eltern – Kind wird darin gekonnt behaust. Das kann das Hochhaus nicht, denn ab dem 3. Stock (= 4.Etage) reisst der Faden. Die Distanz wird zu gross und der Lift schnürt die Verbindung ab.
Zürich hatte bisher das Glück, diese Qualitäten in seinen Aussenquartieren anbieten zu können. Expats, Paare und Singels wohnen woanders. Unsere Demokratie braucht für ihren erfolgreichen Weiterbestand solche Siedlungen mit intensivem Umgebungsbezug. Die Diktaturen des ehemaligen Ostblocks scherten sich darum. Seelisch und körperlich gestählt können unsere nächsten Generationen heranwachsen.
Diesem zivilisatorischen Glück stellt sich eine Phalanx von FDP, GLP, (Mitte-Partei) einerseits entgegen und anderseits der bei den letzten Wahlen ausgeschiedene für Zürich wenig glückliche Stadtrat Odermatt. Warum auch die BSA-Architekten den Pfad der Zivilisation verlassen haben? Ist es das eiskalte Geschäft mit dem Hochhaus, das deutlich mehr kostet und deshalb am Ende unbezahlbar ist? Überwindet Zürich diese Phalanx der Hartherzigkeit, schauen wir guten Zeiten entgegnen. Massvolle Verdichtung kann dann in menschenfreundlicher Form geschehen – weitere Siedlungen können qualitätvollen Lebensraum schaffen. Wie wir gesehen haben, sind die Talente vorhanden.
Schon im letzten Jahrhundert begann engagierte Architekten, lebenswerte Quartiere zu schaffen. Hier A.D.P. Architektur mit den bezahlbaren Wohnhäusern «In Böden» 1995 ebenfalls in Affoltern. Nach Jahrzehnten fantasielosen Zeilenbaus entstanden neue Muster: Der Anfang von was wir im Quartier Affoltern schon gesehen haben – und was bei Annahme der «Vorlage Gemeinderat» fortgesetzt werden könnte.