Zuerst einmal die Emotion: Was soll dieses aufragende Brett – der Alto-Tower – an dieser Niemandslage im Stadtbild von Zürich? Es gibt keinen Bahnhof oder irgendeinen Grund an dieser Stelle ein brettartiges Hochhaus in die Höhe zu recken. Er steht denn auch im Stadtbild, wie bestellt und nicht abgeholt und es blockiert, wie alle seine Vorgänger die Weitsicht im Pavé von Zürich noch mehr.
Hochhäuser müssen eine städtebauliche Begründung aufweisen. Diese Anforderung ist in der Ära von Bauvorstand Stadtrat André Odermatt 2010-26 verloren gegangen. Das ist der eigentliche Grund, der es erlaubte «überall», wo sich gerade ein Grundstück bot – wie hier eine ehemalige FIAT-Garage – ein Hochhaus zu «pflanzen». Es brauchte dazu nur noch das Nicken des Baukollegiums. Diese für guten Städtebau schummrigen Voraussetzungen sind zum Grundstein für die Entstehung und die ungeordnete Ausbreitung des zürcher «Stoppelfelds» geworden.
Schauen wir die Fachpublikationen an, so bringt die technisch orientierte Schweizerische Bauzeitung, wie zu erwarten, einen technischen Bericht, aber null Städtebau. Wenden wir uns hoffnungsvoll der reinen Architektenpublikation Werk / bauen und wohnen zu, sieht es ähnlich aus, denn auch hier bleibt der Städtebau vor der Tür.
Der Alto-Tower dient wieder dem Wohnen, obwohl das Hochhaus dafür die falsche Bauform überhaupt ist. Mehr dazu haben wir in den Postings im Vorfeld der beiden Hochhaus-Abstimmungen vom 27. September bereits ausführlich gehört. Zur Not wird das Wohn-Hochhaus in der 3. Welt, z.B. in Hong Kong, wo die Bewohner nichts zu sagen haben, gebaut.
Der Motor, der solche Produkte hervorbringt, ist der Anlagenotstand der Immobilienkonzerne. Mehr dazu im Bild.