Das «Metropol», 1892 erstellt, weist als Skelettbau einen für die damalige Zeit erstaunlichen Fensteranteil von etwa 80% auf, die rechts angrenzende (ehemalige) Fraumünsterpost von lediglich 20%. Die Post erinnert mit ihren schweren Mauern an die dem Mittelalter entronnenen florentinischen Paläste der Frührenaissance. Erstaunlicherweise ist die Post 6 Jahre jünger als das Metropol, das Ungesehenes in jeder Beziehung nach Zürich brachte. Es sind Welten, die gemeinsam einen Strassenblock bilden.
Mit dem Metropol erhielt Zürich das erste reine Geschäftshaus. Auch das Geschenk an das Stadtbild mit der interessanten Höhenteiligkeit der Fassade und deren Bekrönung mit den Rokoko-Türmen ist gross. Von unten nach oben: das Doppelpaket von Erdgeschoss plus Mezzanin, dann die drei Büroetagen mit Erkern oder Balkonen und als oberen Abschluss ein Dachgeschoss mit den Rokoko-Türmen. Die lebhafte Dachsilhouette sorgt für die Fernwirkung des Gebäudes und bereichert das Stadtbild. Dank der Abschrägungen der Erker, gibt es immer Fenster, die spiegeln. Auf dem Foto (SPPA Architekten) deutet die spiegelnde Seeseite der Erker auf eine Morgenstunde.
Der bekannte Architekt der Renaissance Andrea Palladio (1508-80) wäre erfreut, denn seine Forderung an ein Gebäue, es müsse «ornamento alla città» sein, ist mehr als erfüllt. Wir küren das Metropol zur Perle der Zürcher Blockrandbauten.