Was sich in der Ära Odermatt bezüglich Städtebau im schönen offenen und ehemaligen Gletschertal von Zürich bemerkbar machte, war ein faktischer «Städtebau» durch das «pflanzen» von Hochhäusern an Orten, die zufällig zum Kauf standen, sich aber kaum dafür eigneten. Das war kein echter Städtebau, sondern ein Zuschauen, und aktiv erlauben, was der Markt alles in den 2001 viel zu gross angelegten Hochhauszonen generierte. Das hätte alles nicht aus der Stadtsilhouette herausragen müssen, denn die Ausnützung der Grundstücke wird durch die Ausnützungsziffer geregelt. Herumstehende Türme oder Bretter waren nicht zwingend – man hat sie (aktiv) geschehen lassen.
Dass das nach oben ausgetrieben ist und ein chaotisches Stoppelfeld erzeugte, wurde bis jetzt nicht zum Anlass genommen, das Hochhaus zu hinterfragen und die neuen Kriterien Energie/Klima/CO2 ins Spiel zu bringen: Zürich hat den weltweiten Paradigmenwechsel noch nicht angegangen.
Die Abstimmung vom 27. September hat die nochmalige Ausweitung der zu grossen Hochauszonen verhindern können, doch das bestehende Hochhausgebiet zu gross belassen. Das aufragende Brett des letzten Postings kann sich weiterhin ereignen – ausser die gesetzliche Anforderung, das Hochhaus müsse eine städtebauliche Begründung erfüllen, werde endlich durchgesetzt. Würde das geschehen, kämen wir der Pflege des Stadtbildes in unserem offenen Gletschertal näher und würden uns gleichzeitig vom Weiterwuchern des Hochhaus-Stoppelfeldes entfernen.
Noch in der Zeit von Bauvorstand Odermatt ist der Entwurf für die Revision der Bau- und Zonenordnung (BZO) in die Vernehmlassung geschickt worden. Sie ist im eingangs beschriebenen Geist verfasst und deshalb überholt. Es braucht jetzt den Mut, die neuen Kriterien zur Grundlage zu machen und eine wesentliche, schlanke und leicht anwendbare BZO vorzulegen.