Ein «hhh hhh hhh» der Fahrt endet im üblichen Summton, wenn die Métro von Paris die Türen öffnet. Die Metro flüstert, weil seit 1974 gummibereift. Hier, nach der Überquerung der Seine und weiterführend nach der Station Passy verschwindet die Metro Aérien zwischen Türmen von pompösen Immeubles im Hang des gleichnamigen Quartiers. Zuvor überquerte die Linie 6 die Seine auf einem aufgestelzten Viadukt über der eigentlichen Brücke. «zuerivitruv» war dabei – erblickte aus der Höhe den Eiffelturm – und macht den Rückweg auf der unteren Eisenbrücke von 1905. Alle Fussgänger, die sich hier bewegen tun dies auf erhöhter Interessensstufe. So erklärte «zuerivitruv» einer Passantin, dass ihn dieses Mal das Thema «Ankunft der Technik um 1900 in der schon gebauten Stadt» nach Paris gebracht habe.
Voraus gingen ab 1853 die linearen Eingriffe ins Stadtgewebe mit den baumbestandenen haussmannschen Boulevards, die eine zuvor nie gekannte Qualität im Aussenraum brachten. Später kam der Bau der Métro für die ganze Stationen am Stück in Form von Stahlkäfigen abgesenkt wurden. Die Linie 6 jedoch pirscht sich durch den halben Süden von Paris auf Eisenstelzen mitten im Boulevard de Grenelle etwa auf Höhe der zweiten Etage auf die Seine zu um dort den famosen Brückenschlag zum Hang von Passy zu veranstalten. Das hätte ja ganz scheusslich herauskommen können. Doch hier gelang eine faszinierende Stadtbauszene, weil weit über eine U-Bahnbrücke hinausgedacht wurde. Es muss ein Fieber gewesen sein, dass auch ganze Wohnblöcke mittanzten und Ecktürme zum Empfang der Métro Aérien produzierten liess.
Die einzige Unbekannte: Wer hat das technisch-urbanistische Gesamtkunstwerk angeregt, verlangt, oder gelenkt? Übersetzt auf «Zürich heute» kann das nicht die VBZ allein, das Hochbaudepartement allein, noch die Grossimmos allein gewesen sein.
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