Zürich ist, zumindest seit es 1887 die Quaianlagen eröffnete, eine formidable europäische Stadt! (Bild: Adolphe Tièche 1908). Damit sollen die federleichten Betrachtungen in der Sommerferienzeit beginnen. Konnten wir das Tafelsilber der Stadt halten, oder sogar erweitern? «Damals» und «Heute» sind beide Phasen des Aufschwungs. Damals mit hervorragenden neuen Strassenanlagen und Gebäuden, die heute Teil dieses Tafelsilbers sind. Dazu gehört das «Metropol» am Stadthausquai; ein reines Bürogebäude das mit seiner bewundernswerten Gestaltung der Limmat zum Ornament gereicht. Später kam am rechten Seeufer das «Frascati» dazu. Wer nennt uns ein Beispiel von heute?
In der gegenwärtigen Hitze suchen wir den Schatten. Es gibt ihn sogar im heissen Pavé von Zürich an der Stauffacherstrasse beim Bullingerplatz. Das muss 10°C kühler sein, so dicht stehen die Bäume. Ganz anders in der neuen Reihe von Hochhäusern am 300 Meter breiten Gleisfeld in Altstetten. Geleise und Betonfassaden heizen sich gegenseitig auf. Die Rückseite der Hochhäuser an der Hohlstrasse überragt die Baumreihe bei weitem. Die Bewohner braten gnadenlos in der Sonne. Deren Kleinkinder haben von dort oben keinen Auslauf, wenig Bewegung und kaum Spielkameraden. Züchtet die Stadt Zürich gerade eine in ihrer Entwicklung behinderte Generation heran? Eine weitere Frage: Sind solche Hochhauswände und das seit 2010 gewachsene Hochhaus-Stoppelfeld (unteres Bild) für das Stadtklima in Zürichs schwachwindigem Sommer eine gute Idee, oder ein Strömungshindernis?
Deutsche fragten «zueriuvitruv» schon vor Jahren bewundernd, wie wir es fertigbrachten die Waldkuppen auf den umgebenden Hügeln zu erhalten. Daraus können wir Ermunterung zu einer Gesamtbetrachtung schöpfen. Und Amerikaner fanden das Setting der Stadt in der Landschaft mit See und Alpen «beautiful», die Stadt selbst aber um einiges weniger. Aus allem hören wir heraus, dass Sommerhitze/Klima und die Stadtgestaltung und auch endlich das Wohlergehen der Kinder die nächsten Themen sein müssen.