Klopstock

Der Dichter Friedrich Gottlieb Klopstock ist für seine Zuwendung zu unserer Stadt mit der Klopstock-Strasse belohnt worden. Die Ode «Der Zürchersee» geht auf einen Besuch unserer Stadt im Jahr 1750 – zur Zeit von Johann Jakob Bodmer – zurück. Diese einleitende Überhöhung ist verdient: Der bekannte Baumeister De Capitani liess das abgebildete Wohngbäude durch die Architekten Meier Hug nach gewonnenem Studienauftrag erstellen. 

Die Westfassade an der Klopstockstrasse fährt ab Mittag ihre Segel aus. Das Gebäude spricht durch das Ein- und Ausfahren der Tücher, aber auch durch deren angewinkeltes Gestänge. Haben wir hier nicht das, was der Laie nicht nur in Zürich heutzutage so oft vermisst?: Die  Zuwendung zur Aufgabe. Doch nichts ist «Cichi», nichts ist unnötiges verspieltes Zubehör. Es ist vielmehr die Gestaltung des Notwendigen. Haben wir das letztmals bei Häfeli Moser Steiger gesehen – den Architekten des Kantonsspitals 1942-53, des Kongresshauses 1939 und der Siedlung Hohenbühl beim Kreuzplatz 1951? Ebenso gehörten die beliebten Bauten des Flughafens Zürich-Kloten 1953 dazu. 

Eine Überlegung, die angestellt werden kann, ist: woher kommt engagiertes Bauen?  Ist es der «Parzellenstädtebau» mit nicht allzu grossen Grundstücken, die engagierte Bauherrschaften erstellen? Die Grundlage, die Strassen und die Parzellierung, hat historisch gesehen oft die Stadt übernommen. Dann waren es Private oder Genossenschaften, die Parzellen zur Bebauung erwarben. Sie machten in ihrer Zeit das Beste aus der Lage. Sehen wir im Bild, was die Bauherrschaft dem Trottoir zuwendet. 

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