Dichte verteilen – nicht alles in Zürich

Es ist «zuerivitruv» zu Ohren gekommen, dass eine Mehrheit im Gemeinderat bereits in der 1. Sitzung über den kommunalen Richtplan in einen Hochhauswahn ausgebrochen sei. Vor diesem Hintergrund kommt der Überlegung von den konzentrischen Ringen und deren Flächenverhältnissen erhöhte Bedeutung zu. 

Machen wir es abstrakt mit einem Zahlenbeispiel: Beträgt der Radius eines Kreises 10 cm und will man seine Fläche verdoppeln, dann genügt bereits 14 cm. Konzentrische Ringe erreichen sehr rasch die Fläche des Kerns, weil sie aussen herum auf lange Strecken Fläche sammeln. Das heisst auf die Stadt Zürich und ihre umliegenden Gemeinden übersetzt, dass letztere sehr viel von der allgemeinen Bevölkerungszunahme im Kanton Zürich beherbergen könnten.

Zürich verhält sich aber mit seinem Ziel der Zunahme auf 520’000 Einwohner so, wie wenn es diesen Ring der Agglomeration nicht gäbe. Zürich will sich freiwillig an übermässiger Verdichtung verschlucken. Zürich verhält sich so, wie wenn es noch die Stadtmauern gäbe. Das alles zeugt nicht von einem umsichtigen Stadt-Management. Durch diese Fahrlässigkeit sind Schäden im Stadtbild, Silowohnen und Hitzeinseln vorprogrammiert.

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Punktuelle Überverdichtung ist schädlich

Verdichtung ist zur Zeit eine Aufgabe, auf die die Stadt Zürich einerseits mit partiellen Aufzonungen im neuen Richtplan reagiert, aber in der Praxis leider auch mit punktueller Überverdichtung. Sie ist für Bewohner, Familien und Kinder schädlich, weil es zu Hors-sol-Wohnen in Hochhäusern führt. Der übermässige Eingriff in die Stadtsilhouetten ist ein bisher unterschätzter Aspekt, der Zürich vom typisch europäischen Stadtbild weg in Richtung der bekannten Schnellaufbaustädte in China führt. Das resultierende Stoppelfeld leider kein Tagesgeschäft, sondern eterneller Natur.

Die jetzt zunehmend praktizierte punktuelle Überverdichtung basiert auf der Aushebelung der Ausnützungsziffern in den verschiedenen Bauzonen durch missbräuchliche Anwendung des Rechtsmittels des Gestaltungsplans. Es ist eine drastische Verletzung der Zürcher Baukultur und verstösst gegen Treu und Glauben. Für betroffene Nachbarn bedeutet es im Fall von Hochhäusern grosses Unglück (siehe das vor-vorletztes Posting).

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Stadtklima und Richtplan

Stark durchgrünte Quartiere sind die Antwort auf die Erwärmung in den Städten. Dass das gelingt, sollen Häuser und Bäume ähnliche Höhen aufweisen. Im Sommer schützen die Blätter vor der Aufheizung von Strasse und Fassade. Die Verdunstung der Erdfeuchtigkeit kühlt. Im Winter ermöglicht der Blätterfall den Zutritt der Sonne. Dieses System ist so gut, dass es patentiert werden könnte! Grossbäume sind auch Tiefwurzler und erreichen Höhen von 15 bis 20 Metern. Und für die Häuser mit 3 Metern pro bewohnten Stock plus Dach ergibt das 6 Etagen. Voilà, damit sind wir in Paris / Haussmann! Ist die Stadt Zürich intelligent, wird sie das im neuen Richtplan berücksichtigen. Morgen Mittwoch beginnen die Beratungen.

Bild: stadtzh

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Südost ist OK

Der Zürichsee zeigt an seinem Ende nach Norden und wir sehen auf seiner Ostseite im Dunst eine überaus schöne «Townscape». In Wellen geht es vom Grossmünster über die bewaldeten Kuppen der hohen Promenade und dem Burghölzlihügel hinweg bis zu den Alpen. Wie die «Chnödli», wenn wir die Faust ballen, erheben sich diese Grünpolster nur leicht aus dem Stadtbild. War da ein Künstler am Werk? Wir sehen hier die Osthälfte unserer Stadt im «Glacier-Valley» eingebettet. Jahrhunderte von Entwicklung bilden sich ab. Keine Epoche musste für dieses Bild leiden und das Bild leidet an keiner Epoche. Es mag auch an den damals geringeren technischen Möglichkeiten liegen, doch steht das Wirken der Stadtseele im Vordergrund. Der Südostquadrant der Stadt tritt als überaus geglücktes europäisches Stadtbild in Erscheinung. 

Vergegenwärtigt man sich, dass die Bewohnerdichte Zürichs pro Quadratkilometer nur ¼ derjenigen von Paris erreicht, erscheint die 2002 losgetretene Hochhauswelle in Zürich West und Nord als etwas lächerlich und riecht ganz stark nach dem kleinen Möchtegern. Wäre sie für das Stadtbild nur nicht dermassen eternell und deshalb tragisch. Dazu kommt noch das Wetterleuchten der Erkenntnis, dass Hochhäuser weder energetisch noch klimatisch Zukunft haben.

Das Bild verdanken wir: zueri_liebi

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Drei mal betrogen

Nach der Sendung zu Gunsten der Kinder im letzten Posting kommen jetzt Grobheiten unter den Erwachsenen zur Sprache. Plötzlich steigt ein Volumen empor und nimmt einem Sonne und Weitsicht. 

Es gibt eine Bauordnung, die für alle gleiche Verhältnisse sicherstellen sollte. Hier in Altstetten ist es die sechsgeschossige Zone.

Die von Architekt Theo Hotz sorgfältig geplante Siedlung Kappeli im Vordergrund des Bildes rechts bekommt jetzt plötzlich einen «Rüppel» als Nachbar. Ungefragt wird einem der Himmel verbaut und man verkommt zum Bodensatz. Wie ist das möglich? Das Amt für Städtebau müsste für die Ausnahme, ein Hochhaus zu bewilligen, einen ortsbaulichen Gewinn feststellen können. Doch seit Jahren werden allerorten Hochhäuser ohne jegliche städtebauliche Begründung bewilligt und durchgewinkt. Hier ist Swiss Life die Begünstigte. Das Amt kümmert sich weder um Bewohner noch um das Stadtbild.

Diese Willkür führt zu persönlichem Unglück der betroffenen Bewohner, zur Entwertung der bestehenden Liegenschaften und zu Havoc im Zürcher Stadtgewebe. Die ersten Kriterien schädigen Personen und Eigentum. Das dritte rüttelt am Allgemeingut des Stadtbilds. Der Schaden eines Hochhauses ist jeweils dreifach.

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Das ist der Kitt einer Wohnsiedlung

Sie sehen das Balkongeländer. Sie sehen die kleine Wiese eines mittelgrossen Mehrfamilienhauses aus dem Jahr 1911. Man hört sich, man sieht sich und kann rufen. Nur darum kann man die Kinder rauslassen. Das in der Familie gelernte Sprechen wird mit den anderen Kindern ausgetauscht. Man kann zuhören, wie sich Sprache bildet und staunt über das meist friedliche Geplapper, wie zum Beispiel: «Und dänn säge mer am Mami, das mer es Eidächsli gseh händ».

Das ist der frühe Kitt einer gesunden Gesellschaft. Vielleicht ist es die elementarste Anforderung, die Wohngebäude in unserer Zivilisation zu erfüllen haben. Das funktioniert bis zu drei, allerhöchstens 4 Etagen.

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Im Friesenberg: kleines Paradies am Üetliberghang

Das ist der Name des preisgekrönten Wettbewerbsentwurfs für den Hang des Üetlibergs von EMI Architekten Zürich. Veranstalter war die Genossenschaft selbst (Familienheimgenossenschaft). Die Stadt war in der Jury nicht vertreten. Macht das alles die Humanität und die sympathische Heiterkeit des Vorschlags? 

Wir sehen das Beste, was es für das Wohnen mit Kindern gibt: Die zweistöckige Maisonette mit direktem Gartenausgang. Wie im vorletzten Posting gesagt, kann die Baudichte von Reihenhäusern durch weitere Wohnungen darüber an Laubengängen (auf dem Foto sichtbar) erhöht werden; in diesem Projekt auf das Doppelte.

Das muss Wohnexperten begeistern: Neben den zugeordneten Gärten finden sich auf dem Areal auch genügend Zonen, die für alle zugänglich sind.

Es gibt keine Störung im Stadtbild und die Bewohner werden glücklich sein. Man muss die Genossenschaften nur machen lassen – sie verfügen über grosse Erfahrung. Das sind Siedlungsbausteine, die sich «zuerivitruv» für unsere Stadt wünscht.

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Paris Haussmann:

Wir haben London gesehen. Schauen wir kurz noch nach Paris, denn Zürich will ja Weltstadt sein! Auch da wird gut gewohnt, etwas weniger individuell, dafür eleganter und durch das ganze Leben von einer starken Stadtseele begleitet. Es ist nicht das Townhouse, sondern das Appartement zusammen mit den grossen öffentlichen Anlagen.

Die abgebildeten, wie alle Häuser 1853-1915, folgen diesem noblen Baumuster:
Erdgeschoss + Mezzanin, dann 3-4 Wohngeschosse und Dachstock. Diese Regel führt nicht zum Eintopf, verhindert vielmehr ein Durcheinander. Detail und Dekoration ist in diesem Rahmen völlig frei, jedes Haus ist unten rechts in Stein gemeisselt vom Architekten datiert und signiert. 

Stille Frage: könnten wir in Zürich nicht eine auf uns zugeschnittene Baukultur starten, die die neuen Anforderungen von Dichte, Stadtbild, Stadtklima und Soziologie des Wohnens zur Synthese bringt? Wollen wir etwas sein oder weiterwursteln?

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