Evolution der Stadt Zürich

Es wurde nachgefragt: die Autobahnspaghetti des letzten Postings sind diejenigen von Boston; darüber ein Boulevard in Paris von Claude Monet und die Turnerstrasse in Zürich. Der Faden «welche Zukunft für die Stadt Zürich?» wird hier fortgesetzt.

Wie geht es weiter? Niemand will die nicht ausgeführten Pläne des Expressstrassen-Y aus den siebziger Jahren zurück. Wir können stolz darauf sein, noch einmal davongekommen und Zürich als europäische Stadt gerettet zu haben. Die vor dem Automobil angelegte Stadt in attraktiver Lage leidet seit den späten Fünfzigerjahren unter den Folgen des Verkehrs. Ebenso das Automobil, das nicht vorwärtskommt.

Seit etwa 2000 nehmen inzwischen fast alle das Tram zur Arbeit und für den Besuch der Innenstadt. Das Velo hat einen kleinen aber wachsenden Anteil am Verkehr errungen. Alles ändert sich im Takt des Generationenwechsels. Man soll das nicht als Leiden sehen, sondern als Evolution. Jetzt kommt noch der ästhetische und soziale Anspruch ans Leben, den wir in Europa haben: Die Strasse bewegt sich von der Rennbahn zum lebbaren Bewegungsraum; Durchgangsstrassen bleiben. Die Veloidylle kann mit Eltern, die auf der Fahrt mit ihren Kindern sprechen, berührend sein – der zarte Beginn eines neuen urbanen Stils? In dieser Übergangsphase, wo sich Gewichte von Generation zu Generation verschieben (und nicht das eine das andere ersetzt), braucht es Gelassenheit. Die Stadt hat die Aufgabe, den Stand der Synthese laufend zu kommunizierten. Heute stehen die 15 Minuten-Stadt in Kombination mit Energie/Klima/CO2 als treibende Kräfte im Vordergrund.

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