Farbe & Stadt

Nach mehreren Postings über die Bewältigung der Zukunft (schon mit Blick auf die Wahlen 2026) machen wir jetzt ein wenig Ferien im Thema «Farbe & Stadt». Bei einigen Städten macht es beim geistigen Zusammenkneifen der Augen «bling». Rom ist schon einmal als Stadtkörper schön modelliert, schimmert aber auch in kräftigen Tönen. Das genügt schon, um Charakter auszumachen. Paris tritt anders hervor: Der helle warmtönige Kalkstein lässt die Strassenzüge gleichmässig bleich und freundlich erscheinen. Feine Akzente sind – wie es Haussmann wollte – die gusseisernen Geländerzeilen und die hellgrauen Zinndächer. Paris kennt die Farbe nicht. Die Boulevards bringen das flirrende Grün der Blätter. Diese subtilen Kontraste machen den eleganten Charakter der Stadt. Suchen wir weiter nach Charakter, kommen der Backstein der nordischen (hanseatischen) Städte. Ganz im Süden schützt weisser Kalk vor Sonne.

Dem Überblick dient die Unterscheidung von Naturstein (Bern/Paris), Backstein (Hamburg) und Verputz (Rom). Die ersteren zeigen die Eigenfarbe oder Nicht-Farbe des Materials, das letztere – der Verputz – kann sehr farbig werden.

Lasst uns Zürich finden: In der Altstadt war es ursprünglich die Eigenfarbe des Verputzes: grau und beige. Die Stadterweiterung im Bahnhofquartier brachte den graugrünen Sandstein des oberen Zürichsees. Mit der Eisenbahn wurden u.a. hellere Natursteine möglich. Neu gebaute Stadterweiterungen – vornehmlich dem Wohnen dienend – wurden in verputztem Backstein erstellt. Der Verputz als idealer Farbträger. Damit startete die Welt der Pigmente. Im Bild die zwei Bücher des dänischen Experten Bente Lange über Farben von Kopenhagen und Rom.

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