Eckhäuser in Farbe

Wir haben im letzten Posting den «Farbverzicht» erlebt und marodieren jetzt etwas im Kreis 6 an der Scheuchzer- und Ottikerstrasse und mit dem Spyriplatz auf der Grenze zum Kreis 7. Die beiden Bauten um 1900 (oben) zeigen im Sockel das Material «Stein» und in den Etagen darüber «Verputz» als Farbträger. Das Wohnhaus im Bild links umfasst die ockerfarbenen Obergeschosse auf allen vier Seiten mit Eckpfeilern und einem Dachgesims in Stein (wie der Sockel). Die Zwillingshäuser im rechten Bild lassen dekorierte Quergiebel das Dachgesims durchstossen. Ziegelgedeckte Mansardengeschosse bilden den oberen Abschluss der Fassaden. Nicht alles ist Farbe – es ist ein Zusammenspiel, oder sogar eine innige Verflechtung mit der Architektur.

Im unteren Bild sind wir mit dem markanten Eckgebäude am Spyriplatz bereits am Ende der Dreissigerjahre angelangt. Architekt Otto Bickel bebaute einen grossen Teil der Gladbachstrasse in dem Stil, den wir hier sehen. Am Spyriplatz hebt Bickel die Wohngeschosse über ein Ladengeschoss an und unterscheidet sich damit von seinen vielen reinen Wohnbauten an der Gladbachstrasse. Die sprechende Volumetrik geht zusammen mit der Farbe eine Synthese ein. Jeder, der einmal hier war, kann die Ecke am Spyriplatz nicht mehr vergessen. Das ist «Identität»!

«zuerivitruv» möchten zeigen: Farbe spricht die Seele an. Der Dreiklang Steingrau, Verputzfarbe und Alleebäume macht lebhaft-anregende Stadtquartiere. Für die Stimmung in der Nachbarschaft ist das ein Sprung. Farbkultur in einer Stadt bedeutet Tatsächlich Lebensqualität.

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