2025

Hier kommt der zweite Teil «2025» daher. Wir beginnen mit dem Durchbruch an der Hardbrücke. Zürich West kann jetzt nach jahrzehntelanger Verspätung seinen Zentrumsbereich gestalten. «zuerivitruv» forderte das bereits im Jahr 2001. Fehlplatzierte Tramgeleise müssen aus dem Stützenbereich herausgenommen werden, um unter der Hardbrücke eine Säulenhalle zu ermöglichen und die bisher getrennten Quartierteile zusammenzuführen. Bild: IG Hardbrücke/Hochparterre.

Philosophisch gesehen, haben wir begriffen, sich aufdrängenden Evolutionen nicht in den Weg zu stellen. Vom Expressstrassen-Y (dem amerikanischen Stadtfrass durch Autobahnen) haben wir längst gelöst. Heute müssen wir einsehen, dass das Hochhaus das falsche Mittel ist und uns der Verdichtung im wertvollen Stadtgewebe zuwenden. Wir werden in den nächsten Monaten sehen, ob die gemeinderätliche Kommission sich vom alten Ufer löst, freischwimmt, und sich mutig den Zukunftsfragen stellt.

In den Sommerferien sind wir ins Reich der Farben getaucht und in der Ausbreitung der grauen Sauce verunsichert worden um zu sehen, wie die Farbe dem Gemüt hilft. Noch schlummert in Zürich diese Facette der Stadtgestaltung. Im farbigen Garbatella von Rom hat sich das Städtebautalent in den inneren Freiräumen der Baublöcke gezeigt: Plätze und Bäume statt Teppichklopfstangen und Zäune.

Der Oktober brachte Demonstranten vor dem Mailänder Dom, die sich gegen den Hochhausfrass in die Quartiere hinein wehren. Und bei uns ging der Wildwuchs der Türme trotz fehlender städtebaulicher Begründung weiter. Die Festung der Begünstigung von Grossinvestoren ist längst sturmreif. In Zürich wie in Mailand.

Sehr schön (und zukunftsträchtig) war die Thematisierung von Raumgeborgenheit – der Gestaltung von wertvollen Aussenräumen zwischen den Bauten. Hier kommt mit neuen Anlagen ein schöner Anfang aus dem Tiefbauamt.

Ein Kommentar zu “2025”

  1. Den Anspruch auf „Raumgeborgenheit“ in einer sorgfältig konzipierten Stadtplanung haben wir bereits 2015 ! mit dem Abschluss des NFP65 – NEUE URBANE QUALITÄT formuliert. Es ist an der Zeit, diesen Begriff in der STADTPLANUNG – auch in Zürich – endlich ernst zu nehmen.

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