La Surprise

Letzte Woche haben uns der Tages-Anzeiger zuerst und dann die NZZ mit dem Resultat der mehrjährigen Beratungen der zuständigen Kommission des Gemeinderats für die Revision der Zürcher Hochhausrichtlinien – wie aus dem Nichts heraus – mitten in den wogenden Wahlkampf hinein überrascht. Weil alles alles beeinflusst, muss ihm das eine Wendung bescheren. Das anspruchsvolle und viel Fachkenntnis erfordernde und deshalb in der Vorwahlzeit gefährliche Thema des Hochhauses konnte bis dahin von allen Seiten umgangen werden.

Wie ein Blitzschlag ist die Wendung bereits eingetreten, noch angeheizt durch eine zugespitzte Polarisierung durch die beiden gossen Blätter: «Links-Rechts-Allianz!»

In dieser Spannung öffnet sich plötzlich ein Fenster für Tatsachen und Wahrheit. 

Links-Rechts (alle Linksparteien plus SVP) hat begonnen, in ruhigem Ton Tatsachen über das Hochhaus auf den Tisch zu legen. Sie stellen sich damit auf den sicheren Boden der Wahrheit. Ganz anders auf Seiten von FDP/GLP mit ihren panikartig ausgestossenen Behauptungen. Die Parteien der Mitte haben sich noch nicht aus dem «Schermen» gewagt, werden es aber bald tun.

Ein wenig Vorgeschichte: Hochhäuser rollten wie Brandungen über die Städte, für europäische Stadtstrukturen bedeuteten sie oft Heimsuchungen. «Amerika» hat nach 1945 überall die Vorbilder geliefert. In der Folge kam es in Zürich zu ersten Hochhäusern, doch bereits 1984 hatte man genug von der Zahl und der zufälligen Streuung im Stadtbild. Die Volksabstimmung über den Bereich der Innenstadt sagte nein. Die 2001 über die halbe Stadt geworfenen Hochhausgebiete führen uns zum Heute.

Für ersthafte Fachleute nicht unerwartet – aber als Störung wie von der Seite her – kamen die harten Tatsachen von Energie/Klima/CO2. Deren Verdrängung durch das Amt, die dann auch noch den soziologischen Aspekt einschloss, bringen uns wieder zurück zum Anfang des Postings. Wir realisieren mit Überraschung: hier die Geerdeten, dort die Verdränger der Tatsachen.

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