Blockrand

Die Wellen gingen im Thema des Hochhauses in der Debatte des Gemeinderats vom 25. Februar hoch. Alle ausser FDP und GLP haben begriffen, dass das Hochhaus für die Verdichtung nicht notwendig ist. Auch Stadtrat André Odermatt bestätigte dies. Da die Vergrösserung der Hochhausgebiete, wie schon berichtet, in einer Mehrheit gestrichen wurde und damit die zürcher Hochhausbesessenheit coupiert wurde, kommt den europäischen Möglichkeiten der Verdichtung mehr Gewicht zu.

Im Vordergrund steht jetzt die gut-europäische Blockrandbebauung. Sie soll in ein paar Postings durchleuchtet werden. Beginnen wir mit einem Spaziergang vom Bahnhof Enge bis zum Bellevue: Dessen halbrunder Vorplatz ist die im öffentlichen Interesse begründete Ausnahme im Blockrandgebiet der Stadt. Anschliessend übernehmen die Strassengevierte mit Innenhöfen.

Wir pflücken ein Beispiel an der Gotthardstrasse und sehen alle Ingredienzen des Menus Ende des 19. Jahrhunderts. Das Sockelgeschoss mit Läden und den darüberliegenden Wohngeschossen mit Piano Nobile, zwei Wohngeschossen und einem Attikageschoss. Man kann das Höhenteiligkeit nennen, welche die Relation zur Strassenebene zur Geltung bringt. Wir sind in einer Wohngegend – deshalb die gepflästerten privaten Vorzonen. Der Durchgang zeigt den Innenhof und die Fassade der nächsten Strasse. Es brauchte etwas Bildung und Können, um solch differenzierte Gebäude zu erstellen. Ausdruck davon ist auch die Namensgebung «Alpenhof». Da ist eine ganze Baukultur in Fahrt gekommen, bei der alle Ingredienzen zusammenspielen.

Das untere Bild illustriert die Möglichkeit im Baublock, auf jeder Parzelle Renovation, Umbau oder Ersatzbau vorzunehmen. Der gezeigte Fall ist mit seiner Verachtung des Bisherigen kein Vorbild, jedoch typisch für die Sechzigerjahre des letzten Jahrhunderts.

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