Blockrand ist konkurrenzfähig

Im letzten Posting ist in den ersten Zeilen auf das Blockrandgeviert des Stockerhofs hingewiesen worden. Doch die entsprechende Luftaufnahme fehlte, was hier mit dem Bild links nachgeholt sei. 

Das zweite Bild zeigt in einem grösseren Ausschnitt oben links – am langen Schatten erkennbar – die Hochhausüberbauung «Zur Palme» am diagonal verlaufenden Bleicherweg. Damit sind wir bereits in der Kontroverse «Blockrand gegen Hochhaus» geraten. Etwas unfair ist, dass die Blockrandbebauung Stockerhof den Innenhof unüblicherweise eingeschossig überbaut hat. Doch die Aussenfassaden sind wie üblich durch das Trottoir in direktem (urbanem) Kontakt mit dem klar definierten Strassenraum. Die «Palme» rafft das Volumen zusammen, treibt es in die Höhe und schafft am Bleicherweg eine offene Vorzone. Die zurückgenommene Ladenzone mit der gut sichtbaren gedeckten Parkierung im 1. Obergeschoss entfernt sich vom Trottoir und bringt dadurch die Läden in Schwierigkeiten. In der Bilanz bringt der Volumenhandel eher Nach- als Vorteile. Die gewonnene Aussicht muss dem Büromieter die 20-40% höheren Kosten des Hochhauses wert sein.

Das ist die heutige Sicht. Die damalige in den Jahren 1955-64 war eine ganz andere. «Aufbruch / Amerika / Hochhaus / Automobil» stand bei der «Palme» im Vordergrund. Daraus entwickelte sich das Leitmotiv einer quasi autarken Einheit im Stadtgewebe: Läden, Büros, zugehörige Parkierung und eigene Tankstelle.

1984 kam es zufolge einer zu zufällig gestreuten Hochhausproduktion, die nicht die Qualität der Palme (mit gestalteter Gebäudesilhouette) aufwies, zu einer Volksabstimmung, die dem Hochhausbau in der Innenstadt ein Ende bereitete.

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