«Neues Schloss» heisst die 1934 erstellte Blockrandbebauung zwischen der Stocker- und der Tödistrasse. Sie besetzt die Hälfte des Baublocks und nimmt die Tradition der noblen Schlösser, dem Roten und dem Weissen aus den 1890er Jahren nach Jahrzehnten wieder auf. «Modern» ist das «Apartment House» im freistehenden Eckbau. Einen herrschaftlichen Ton bringt der drei Etagen hohe im Bild gerade noch sichtbare Torbau. Diese im Charakter urbane Aktion stellt sich der Stadtflucht des Wohnens – dem Einfamilienhaus für das gesunde Aufwachsen der Kinder – als stolze Alternative entgegen. Einer ähnlichen Regung folgt das Wohnhotel «Frascati» am rechten Seeufer.
Zurück zum Thema «Blockrandbebauung»: Sie kann als eines der erfolgreichsten Innenstadtmuster gesehen werden, denn sie verbindet grosse Dichte mit menschlichen Qualitäten. Im Unterschied zum Hochhausturm bleiben die Etagen immer in einem Bodenbezug. In diesem Spannungsfeld findet das urbane Leben statt. Dieser Bezug lässt sich durch bauliche Qualitäten ausgestalten. Bei Haussmann 7 Paris ging das durch Vorschrift: Erdgeschoss und Mezzanin in Skelettbauweise sprechen mit dem Boulevard, darüber drei Etagen fürs Wohnen, dann ein zurückgesetztes Attikageschoss für das Gesinde – heute als Penthouse begehrt. Paris ging so weit, dass der Architekt im Mezzanin mit Namen und Baujahr, in Stein gehauen, unterschreiben musste.
Das sind nicht lästige Vorschriften, sondern Regeln, die bei Einhaltung durch alle, der ganzen Stadt und damit wieder allen einen gewaltigen Schub gibt. Paris wurde denn auch gegen Ende des 19. Jahrhunderts zur schönsten Metropole der Welt.