Echoräume der Erinnerung

Ist es der Kontrast?: Weisses Hemd und blaue Jacke, römisch Rot und das Grün der  Bäume? Wir haben jetzt gerade das Potenzial für eine Doktorarbeit entdeckt. Doch klar ist schon ohne eine solche, dass Gebäudefarbe der Stadt eine Dimension mehr gibt. Je nach Standpunkt: eine Mühsal oder eine Gelegenheit zu Ausdruck und Beitrag im öffentlichen Raum: Temperament, Vitalität und Freude an der Gestaltung oder graue Verschlafenheit.

Der Kreis 6 gibt noch mehr her. Das römische Rot mit dem kontrastierenden Dekor der Fenstergewände und des Gesimses entstammt einer kürzlich erfolgten Renovation. Die Erinnerung an das vermutlich langweilige Zuvor ist verschwunden. Bergseits gegenüber an der Scheuchzerstrasse packt uns der Kontrast zwischen dem in Zürich üblichen Sandstein vom Obersee und dem kräftigen mutigen Blau. Zusammen mit einem breiten und baumbestandenen Trottoir ergibt sich ein Ganzes, das sich auch für einen Sonntagsspaziergang bestens eignet. Mit der Farbe kann es einer Stadt gelingen, schöne Echoräume der Erinnerung zu schaffen.

Übrigens: Die Verschmälerung der Fahrbahn auf das im Quartier Notwendige hat in der Ära von Stadtrat Rudolf Aeschbacher die Geräumigkeit mit der Baumreihe erst ermöglicht.

Mit dem rechten Bild gehen wir, nachdem wir das Gebäude im letzten Posting kennengelernt haben, um die Ecke von der Turner- in die Ottikerstrasse. Hier wird der Zürcher Sandstein noch viel intensiver mit dem Ocker des Verputzes verflochten. Wie stark merkt «zuerivitruv» erst jetzt beim Schreiben. Noch ein paar Postings bevor wir nach Rom ins Quartier Garbatella gehen, möchte «zuerivitruv» sagen, dass es «bei uns» gar nicht so schlecht steht, und zweitens, dass sich die Stadt Zürich – wie im vorletzten Posting berichtet – wieder um Farbe kümmern könnte.

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