Spezialrendite für Stadtbildzerstörung

Nicht Ideal: Es rentiert, wenn es das Stadtbild zerstört. Gemeint ist das Hochhaus als Investitionsgut, wenn es sich mit über 7 Etagen über alle anderen erhebt, weil sich die Aussicht mit zunehmender Etage in Form einer Aussichtsprämie verkaufen lässt. Das ist Business für die ganz Grossen und die Stadtbehörde hilft ihnen kräftig bei der Umsetzung dieses fragwürdigen Geschäfts. Es geht bei dieser Einseitigkeit auf Kosten von uns allen: einmal beim Stadtbild, das es mit dem Hochhaus-Stoppelfeld zerstört, und dann um die in die Höhe gestapelten Kinder ohne Bodenbezug und wenig Spielkameraden. 

Um das Jahr 2000 war der Erlass der Zürcher Hochhausgebiete aus der Rezessionsangst der neunziger Jahre und aus verspäteter und undifferenzierter New York-Anbetung – einem Manhattanismus – begreiflich. Auch wenn es die falsche Medizin gewesen ist. Und infolge des zürcher Baubooms ist jede Ankurbelungsmassnahme seit Jahrzehnten hinfällig geworden. Inzwischen ist nicht zuletzt durch den bekannten Dänen Jan Gehl der menschengerechte Städtebau formuliert worden (u.a. 2012 sein Film «The Human Scale»). Sein Büro bearbeitet weltweit Mandate für Städte. Zürich hat ihn einst «wieder ausgeladen».

Für eine gute europäische Stadtbehörde ist es eine Zivilisations- und Würdefrage, ob sie solche oben erwähnte Investitionsschlaumeiereien mit sich machen lässt; und für die abstimmende Bevölkerung eine Frage, wie viel Opfer sie bereit ist, täglich in ihrem Angesicht zu ertragen. Wie der öffentliche Raum müsste auch das Stadtbild und die Form der Baukuben in der Nachbarschaft Gegenstand der Demokratie sein.

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