Stadt & Evolution

Im letzten Posting haben wir von der Zukunft der flachen und dichten Stadt gesprochen. Die flache Gestalt (4-6, an speziellen Punkten 8 Etagen) macht die europäische Stadt aus und gibt ihr ganz viele Qualitäten. Dazu gehört nicht zuletzt die Bodennähe – der gute urbane Bezug zum Quartier. Die Phase, nach dem Vorbild Amerikas jeden Punkt der Stadt per Auto über Autobahnspaghetti erreichbar zu machen, aber die Stadt auch gewaltig mit Parkplätzen zu verdünnen, haben wir schon lange hinter uns gelassen. In Zürich mit dem «Autobahn-Y» das mitten durch die Stadt gepflügt worden wäre. Wenn die Erreichbarkeit per Auto über alles andere gestellt wird, entsteht ein Flächenanspruch, der, wie sich längst gezeigt hat, nicht in die europäische Stadt gezwängt werden kann, ohne sie zu zerstören. Zusammen mit «Energie / Klima / CO2», dem Trio unserer Zeit, entstehen jetzt in Europa neue Ideen zur weiteren Entwicklung unserer Städte. Das Gewebe von Haus & Grossbaum in ähnlicher Höhe haben wir schon als Wärmeschutz kennengelernt. Das Zuviel an Transportzeit pro Tag im Auto kann mit der in Paris erfundenen «15-Minuten-Stadt» (Carlos Moreno) reduziert werden. Man ist nicht mehr gezwungen von Zürich ins Glattzentrum zu fahren – man findet das Meiste fussläufig im Quartier; wie bereits am Rigi-, am Hottinger oder am Kreuzplatz. 

Diese ganze Transition muss das Gemeinwesen (die Stadt Zürich) mit klugem Kopf inspirieren und leiten. Hier ist Evolution und nicht Revolution angesagt. Das braucht den Aufbau einer «Volonté Générale» mit viel Aufklärung und Diskussion. Es ist wie in der Tonhalle: Der Dirigent und das Orchester (und die Zuhörer). Wie Sie sehen, fliegt die Fantasie und das ist das Zeichen jeder lebendigen Zivilisation. Denken wir an die Wahlen von 2026 – der Wechsel findet glücklicherweise in den beiden Schlüsselämtern Präsidial- und Hochbauamt mit den Ressorts «Stadtentwicklung» und «Städtebau» statt. 

Ein Kommentar zu “Stadt & Evolution”

  1. Bei aller Anerkennung der zuerivitruv-Beiträge, aber den Bezug zur Tonhalle („DirigentOrchester-Zuhörer“) im Hinblick auf die Stadtratswahlen vom Frühjahr 2026 kann ich nicht nachvollziehen.
    Da wird zwar die Oberdirigentin ausgewechselt und auch der Dirigent des zuständigen Hochbauamtes, nicht aber das Orchester (die Spieler im Amt für Städtebau), und die Zuhörer werden weiterhin das Ticket zu bezahlen haben, ob ihnen die Musik gefällt oder nicht…

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