Herbert Mätzener

Die Ferienzeit dauert an – wir bleiben beim Farbthema. Stockerstrasse 10 zeigt beim Vergleich 1972 / 2008, wie Farbe verputzte Gebäude erweckt. Von der toten Sauce zur lebhaften Teilnahme im Gebäudegeschehen der Stadt. Man sieht nebenbei auch, wie das Verputzmaterial Kalk das Licht zurückwirft, statt es zu verschlucken. Und wenn wir schon dran sind, Kalk altert besser: erstens ist er beständiger und zweitens wird er im verwaschenen Zustand schöner, was uns Rom demonstriert.

Wir bringen jetzt einen Neubau an der Scheuchzerstrasse ins Spiel. Durch seine lebhafte, interessante Volumetrik passt er sich ausgezeichnet in die Nachbarschaft der Zehnerjahre des letzten Jahrhunderts ein. Wir sehen im Sockel grauen Beton und in den vier Obergeschossen grauen Verputz. Der Betonsockel und all die horizontalen Betongesimse könnten das materialgraue Gerüst bieten, in das sich farbige Verputzflächen einlagern. Im letzten Jahrhundert war dieses bipolare Verhalten üblich. «zuerivitruv» wird das in den nächsten Postings illustrieren.

Stadtbaumeister Adolf Wasserfallen, 1957-85 im Amt, beauftragte seinen Adjunkten Herbert Mätzener zu Gesprächen mit den Architekten über die Farbgebung ihrer Bauten. Zürich hatte damals die Bedeutung der Farbe im Stadtbild erkannt und gepflegt.

Ein Kommentar zu “Herbert Mätzener”

  1. Farblos oder Schamfarben? Nicht nur die Gebäude sehen aus, als hätte das EMD das Farbkonzept vorgegeben, auch der Grossteil der Fahrzeuge halten sich farblich mutlos.
    Während am Neubau (Scheuchzerstrasse) starke Farben, die alles in allem gelungene Architektur unterstreichen täten, hat man doch den Eindruck, dass viel neuere Gebäude in „Schamkhaki“ und „Diskretgrau“ gehalten werden, um die eigentliche Gesinnung (oder Orientierungslosigkeit) zu kaschieren.

Antworte auf den Kommentar von Lou Scheurmann Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert