Punktuelle Überverdichtung ist schädlich

Verdichtung ist zur Zeit eine Aufgabe, auf die die Stadt Zürich einerseits mit partiellen Aufzonungen im neuen Richtplan reagiert, aber in der Praxis leider auch mit punktueller Überverdichtung. Sie ist für Bewohner, Familien und Kinder schädlich, weil es zu Hors-sol-Wohnen in Hochhäusern führt. Der übermässige Eingriff in die Stadtsilhouetten ist ein bisher unterschätzter Aspekt, der Zürich vom typisch europäischen Stadtbild weg in Richtung der bekannten Schnellaufbaustädte in China führt. Das resultierende Stoppelfeld leider kein Tagesgeschäft, sondern eterneller Natur.

Die jetzt zunehmend praktizierte punktuelle Überverdichtung basiert auf der Aushebelung der Ausnützungsziffern in den verschiedenen Bauzonen durch missbräuchliche Anwendung des Rechtsmittels des Gestaltungsplans. Es ist eine drastische Verletzung der Zürcher Baukultur und verstösst gegen Treu und Glauben. Für betroffene Nachbarn bedeutet es im Fall von Hochhäusern grosses Unglück (siehe das vor-vorletztes Posting).

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Stadtklima und Richtplan

Stark durchgrünte Quartiere sind die Antwort auf die Erwärmung in den Städten. Dass das gelingt, sollen Häuser und Bäume ähnliche Höhen aufweisen. Im Sommer schützen die Blätter vor der Aufheizung von Strasse und Fassade. Die Verdunstung der Erdfeuchtigkeit kühlt. Im Winter ermöglicht der Blätterfall den Zutritt der Sonne. Dieses System ist so gut, dass es patentiert werden könnte! Grossbäume sind auch Tiefwurzler und erreichen Höhen von 15 bis 20 Metern. Und für die Häuser mit 3 Metern pro bewohnten Stock plus Dach ergibt das 6 Etagen. Voilà, damit sind wir in Paris / Haussmann! Ist die Stadt Zürich intelligent, wird sie das im neuen Richtplan berücksichtigen. Morgen Mittwoch beginnen die Beratungen.

Bild: stadtzh

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Südost ist OK

Der Zürichsee zeigt an seinem Ende nach Norden und wir sehen auf seiner Ostseite im Dunst eine überaus schöne «Townscape». In Wellen geht es vom Grossmünster über die bewaldeten Kuppen der hohen Promenade und dem Burghölzlihügel hinweg bis zu den Alpen. Wie die «Chnödli», wenn wir die Faust ballen, erheben sich diese Grünpolster nur leicht aus dem Stadtbild. War da ein Künstler am Werk? Wir sehen hier die Osthälfte unserer Stadt im «Glacier-Valley» eingebettet. Jahrhunderte von Entwicklung bilden sich ab. Keine Epoche musste für dieses Bild leiden und das Bild leidet an keiner Epoche. Es mag auch an den damals geringeren technischen Möglichkeiten liegen, doch steht das Wirken der Stadtseele im Vordergrund. Der Südostquadrant der Stadt tritt als überaus geglücktes europäisches Stadtbild in Erscheinung. 

Vergegenwärtigt man sich, dass die Bewohnerdichte Zürichs pro Quadratkilometer nur ¼ derjenigen von Paris erreicht, erscheint die 2002 losgetretene Hochhauswelle in Zürich West und Nord als etwas lächerlich und riecht ganz stark nach dem kleinen Möchtegern. Wäre sie für das Stadtbild nur nicht dermassen eternell und deshalb tragisch. Dazu kommt noch das Wetterleuchten der Erkenntnis, dass Hochhäuser weder energetisch noch klimatisch Zukunft haben.

Das Bild verdanken wir: zueri_liebi

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Drei mal betrogen

Nach der Sendung zu Gunsten der Kinder im letzten Posting kommen jetzt Grobheiten unter den Erwachsenen zur Sprache. Plötzlich steigt ein Volumen empor und nimmt einem Sonne und Weitsicht. 

Es gibt eine Bauordnung, die für alle gleiche Verhältnisse sicherstellen sollte. Hier in Altstetten ist es die sechsgeschossige Zone.

Die von Architekt Theo Hotz sorgfältig geplante Siedlung Kappeli im Vordergrund des Bildes rechts bekommt jetzt plötzlich einen «Rüppel» als Nachbar. Ungefragt wird einem der Himmel verbaut und man verkommt zum Bodensatz. Wie ist das möglich? Das Amt für Städtebau müsste für die Ausnahme, ein Hochhaus zu bewilligen, einen ortsbaulichen Gewinn feststellen können. Doch seit Jahren werden allerorten Hochhäuser ohne jegliche städtebauliche Begründung bewilligt und durchgewinkt. Hier ist Swiss Life die Begünstigte. Das Amt kümmert sich weder um Bewohner noch um das Stadtbild.

Diese Willkür führt zu persönlichem Unglück der betroffenen Bewohner, zur Entwertung der bestehenden Liegenschaften und zu Havoc im Zürcher Stadtgewebe. Die ersten Kriterien schädigen Personen und Eigentum. Das dritte rüttelt am Allgemeingut des Stadtbilds. Der Schaden eines Hochhauses ist jeweils dreifach.

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