Politik und Schicksal des Limmatraums

Im Bild der Tisch des Unheils. Das sagen im Hintergrund die beiden Bemerkungen «Bauen verbieten?» und «Stadion verhindern?». Die Personen sind zu entlasten, weil hier vermutlich eine sogenannt pfiffige Werbeagentur getextet hat. 

Zu «Bauen verbieten?»: Innerhalb der geltenden Bauzonen der Stadt Zürich ist das Bauen grundsätzlich erlaubt. Nahe der Limmat finden sich sogar Bauzonen mit hoher Dichte. Gute Uferbebauungen, wie z.B. am See (Rotes Schloss / Frascati / Pyramide / Swiss Re), sind auch an der Limmat äusserst willkommen. Niemand ist dagegen. Das ist reine Unterstellung der Werbeagentur (oder doch der Parteien?).

Zu «Stadion verhindern?»: Der Gestaltungsplan für das Stadion ist schon vor Jahren beim Bauamt eingereicht worden, d.h. bei den Behörden in vollem Umfang aktenkundig und bewilligt. Der Stadtrat (Beschluss vom 21. Juni 2023) hat bestätigt, dass das Stadion nicht tangiert ist.

Die Bilanz: Es wird mit Verdächtigungen gearbeitet und damit die eigentliche Frage – die Zukunft des Limmatraums – fahrlässig oder absichtlich beiseitegeschoben. Für die Abstimmenden wird die Tatsache vernebelt, dass es um die Zukunft unseres Limmatraumes geht. Eine schicksalshafte Weichenstellung für die Zukunft unserer Stadt wird mit Verdächtigungen auf Glatteis bugsiert. Diese Taktik könnte früher oder später auf die Initianten zurückfallen. Ein Grund mehr, ein überzeugtes JA für die Uferschutzinitiative in die Urne zu werfen. 

Rettet den Limmatraum !!!

Die im Jahr 2001 im Limmatraum falsch platzierten Hochhauszonen haben üble Folgen. Sie sind bereits daran, den Limmatraum zu zerstören. Siehe die Bilder des letzten Postings. Darum ist es «letzte Eisenbahn», am 22. September für die Uferschutzinitiative ein Ja in die Urne zu legen. Wenn die Uferschutzinitiative scheitert, dann scheitert auch der Limmatraum. Denn dann wachsen die Hochhauswände auf der Sonnenseite des Flusses. Dann ist auch die Möglichkeit dahin, aus der Limmat einen wertvollen Bestandteil des neuen Stadtteils ZüriWest zu machen. Wird die erwünschte Bebauung im Rahmen der geltenden Bau- und Zonenordnung gehalten und Hochhäuser in der Nähe der Limmat ausgeschlossen, kann die Limmat offenen Himmel, Belüftung im Sommer und attraktiven Freiraum für die Bevölkerung bieten. Der Entscheid am 22. September ist für Zürich schicksalshaft.

Die rote Linie umrandet den Limmatraum. Nur hier sollen Hochhäuser ausgeschlossen sein. Hier freuen wir uns über gute Uferbauten im Rahnen der Bauordnung. In Klammer: der betroffene Bereich in der blauen Hochhauszone ist ganz klein.

Abstimmungskultur

Was wird gemacht?: Ein Zusammenhang, den es nicht gibt, wird geschmiedet um die längst fällige Gestaltung des Limmatraumes zu verhindern. Seit der Befreiung aus der Industriezone vor 30 Jahren sehen wir heute, dass bisher praktisch nichts für die Zukunft dieses Flussraumes unternommen wurde. In diesen Jahrzehnten hat sich Zürich nach Westen ausgedehnt und verdichtet sich seither in der Nachfolge der Industrie. Die Logik verlangt gleichzeitig die Entwicklung des Limmatraumes. 

1. Frage: Müssen wir zulassen, dass unterschobene Verdächtigungen (Stadion) diese bedeutende Schicksalsfrage für die Zukunft von Zürich überdecken?

2. Frage: Welche Interessen stehen wirklich hinter der Ablehnung der Uferschutzinitiative?

Dazu ein paar Überlegungen. Die Initiative ist sinnvoll, weil sie einen Hochhaus-Schattenkanal an der Limmat abwendet. Die Initiative erlaubt das Bauen im heute geltenden gesetzlichen Rahmen (Bau- und Zonenordnung). Der Ersatz von Industriestruktur durch schöne Uferbauten ist erwünscht und führt, wie vor über 100 Jahren mit den Quaianlagen am See geschehen, zu einer Aufwertung der Stadt. Ein anderer Aspekt ist die fehlerhafte Belegung des Südufers der Limmat mit Hochhauszonen im Jahr 2001. Daraus müssen Hochhauswände entstehen, die sich ins Licht stellen und das Südufer – wie die East Side von Manhattan – zur traurigen Küste machen. Stadtrat André Odermatt hält unnötigerweise an dieser fatalen Fehlplanung fest, denn seine Vorgänger richteten den Schaden an. Bilanz bis heute: Ein Kornturm steht im Wasser und beschattet Fluss, Badeanstalt und Quartier und beim beliebten Wipkingerpark eine Hochhauswand, die dort für immer vor Sonne und Aussicht stehen wird. Überwinden wir die Fehler der Vergangenheit und legen wir ein beherztes JA für die Uferschutzinitiative in die Urne.