Blockrand- versus Hochhauskinder

«Schon als Dreijährige Freundinnen haben» war im Februar 2025 der Titel eines Postings. Marco Hüttenmoser hat die Entwicklung von Kindern (was jeder Mensch – auch in Zürich – durchmacht) erforscht: «Für jüngere Kinder ist entscheidend, dass Raum vorhanden ist, den sie eigenständig erreichen und wo sie miteinander spielen können».

Warum hat Zürich kein Musikgehör? Warum pusht Zürich kinderfeindliche Wohnformen, die in die Höhen gehen und Kinder der Umgebung entreissen, isolieren und in den entscheidenden Jahren in der motorischen und sozialen Entwicklung behindern? Warum haben wir schon Jahrzehnte der Blindheit für das Wichtigste hinter uns und keine Besserung ist in Aussicht? Ist Zürich eine Rabenmutter?

Das Bild unten rechts zeigt die kürzlich fertiggestellte Turmsiedlung «Depot Hard» auf der Südseite der Limmat. Sie schädigt nicht nur die Kinder, die darin aufwachsen müssen; sie bringt es auch noch fertig, im Winterhalbjahr den begehrten Wipkingerpark in den Schatten zu stellen. Wer sich früher auf dessen Stufen am Wasser wärmen konnte, fröstelt oder bleibt zuhause (Bild rechts oben).

Zur Erinnerung nochmals die idealen Verhältnisse der Siedlung Tiergarten für das Aufwachsen von Kindern (Bilder links). Hüttenmoser hat Gruppen von A- und B-Kindern verglichen. A steht für die Möglichkeit unbegleitet mit anderen Kindern zu spielen. B (Hochhauskinder) für die Notwendigkeit, von einem Erwachsenen hinausbegleitet zu werden. A-Kinder werden später selbständiger und haben einen aktiveren Lebensstil. Eine reife Zivilisation müsste dieses Ergebnis interessieren – sie müsste es zu einer städtebaulichen Grundlage machen.

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