Nicht geglückt

So sieht eine Stadtplanung nicht aus. Es gibt sie seit Jahrzehnten in Zürich auch nicht. Der Erlass von Hochhausgebieten allein macht noch keine Stadtplanung. Besonders dann nicht, wenn die Gebiete über die halbe Stadt verstreut sind und wenn Hochhauszonen auch am Südufer der Limmat auftreten und diese in Richtung Schattenkanal lenken. Die Limmat ist ein prädestinierter Freizeitbereich für das neugeformte Zürich West, das sich seit 35 Jahren von der Industriezone zum vielfältigen Stadtquartier entwickelt. Doch keine Amtsstelle befasst sich mit der Zukunft des Limmatraums. Im Gegenteil: kürzlich entstanden die schon oft erwähnten Türme der Siedlung Depot Hard, die den Fluss und sogar den Wipkingerpark beschatten. Wenn in der nächsten Legislatur keine Korrektur kommt, wird unser Fluss definitiv und permanent vom Industrie- zum Schattenkanal mutieren.

Die Bildbetrachtung von Zürich West (Bild: Rahel Zuber, Tages-Anzeiger) führt uns vor, was passiert, wenn Hochhauszonen zu gross angelegt werden. Es ist das bekannte hässliche «Stoppelfeld» entstanden. Ohne weiter ins Detail zu gehen: es entsteht bei uns das innere Bild von Unordnung. Das ist eines der Resultate der in Zürich fehlenden Stadtplanung. Keine Gruppierung der Hochhäuser und auch kein Verzicht auf solche verbunden mit verdichtetem urbanem Flachbau wurde je diskutiert.

Die mit durch die äusseren Umstände von Energie/Klima/CO2 geänderten Paradigmen verlangen andere Regelungen und eine – wie im letzten Posting erwähnt – völlig neue Synthese. Im selben Moment stehen in Zürich die Wahlen an. Hoffnung weckt der Umstand, dass in den für uns wichtigen beiden Departementen (Präsidium und Hochbau) die Stadträte neu gewählt werden.

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