Evolution von Blockrand in Barcelona – 1860 / 2020

Wir versuchen nach 14 Postings über «Blockrand» Weisheit zu gewinnen. Mit der Blockrandbebauung, oder ähnlichen urbanen Bauformen, sprechen wir über reale oder zumindest gefühlsmässige Bodenhaftung. Das kommentiert der weltbekannte Experte Jan Gehl mit den Worten: «alles über dem 5. Stock gehört zum Luftverkehr». 

Das ist die andere Seite der Baukultur, nämlich die Lebenskultur in der Stadt, die den Zusammenhang mit dem Quartier findet. Die folgende Abstufung macht das aus: Wohnung – Haus – Umfeld des Hauses – bis zum Stadtquartier. Es ist die urbane Gliederung des Lebensraumes, die eine gutes «Zuhausesein» ausmachen kann. Selbstverständlich ist dabei, dass das nicht zu stark in anonyme Höhen gehen darf.

«Bockrand» ist eine gute urbane Grundlage. Die Strassengevierte sind oft schon da und können ergänzt oder verdichtet werden. Städtebau hat öfter mit dem Strassensystem begonnen, als man denkt. Barcelona macht seit ein paar Jahren mit seinem Quadratraster damit Furore, dass dieses jetzt für das heutige Leben neu und visionär zugeschnitten wird. 3 x 3 Strassenblöcke werden zur «Superilles», die die vier mittigen Kreuzungen zu verkehrsberuhigten Plätzen machen und den umliegenden Bewohnern als den Lebensraum, der da vor bald 150 Jahren herrschte, wieder zur Verfügung stellen. Nach einer Anlaufzeit waren auch die Ladenbesitzer dabei; einzig eine Porschevertretung nicht. 2020 begannen ersten Realisierungen.

Solche Stadtgedanken müssen fundiert sein und aus einer engagierten, ehrgeizigen und kompetenten Verwaltung kommen. Das wiederum genügt, rasch berühmt zu werden, weil es so selten ist. In Barcelona ist es nicht der erste Fall, denn die Stadt glänzte im Zusammenhang bereits mit den Olympischen Spielen 1992 durch die Einrichtung einer Vielzahl von Plätzen – auch von sehr kleinen. Fazit: Eine Stadt kümmert sich wiederholt um seine Bürgerinnen und Bürger.

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