Erfolgreiche Arbeit im Stadtgewebe

An der Dennlerstrasse in Zürich-Altstetten wird verdichtet. Esch Sintzel Architekten haben den Architekturwettbewerb gewonnen. Mit dem Projekt gelingen gerade zwei Turnübungen in einem Mal. Einerseits kann CO2-bewusst die Hälfte der bestehenden Bauten erhalten und aufgestockt werden. Anderseits gelingt das Kunststück, mit der Verdopplung der Dichte die Situation stadträumlich zu klären. Zitat der Architekten: «Statt Baukörpern, die den Stadtraum formen, ist es der Stadtraum, der die Baukörper formt». Mit dem kleinen zwischenliegenden und mit Bäumen ausgestatteten Platz und den zwei grossen Höfen wird aus einem früheren Nicht-Ort ein interessanter Ort und Lebensraum geschaffen.

Das ist erfolgreiche Arbeit im Stadtgewebe von Zürich: Verdichtung im urbanen Flachbau, Weiterverwendung von Bausubstanz und städtebauliche Optimierung. Durch «verdichteten urbanen Flachbau» gelingt die selten gewordene Verbesserung durch Wachstum. Die Lebensqualität wird gesteigert und am Stadtbild wird sorgfältig weitergestickt.

Diese Qualität müsste allen Hochhaustreibern mit ihrem in jeder Hinsicht disruptiven «Stoppelfeld» zu denken geben. 

Nochmal eine Dichteste höher im urbanen Flachbau

In einem Quartier, wo zunehmend im Hochhaus «Hors-Sol» gewohnt werden muss, hat die Genossenschaft «mehr als Wohnen» im Quartier Leutschenbach einen eigenen Weg gewählt. An Stelle von isoliert dastehenden Türmen wurde ein Stadtgewebe aus dreizehn Häusern mit Bodenbezug entwickelt – eigentlich eine Stadt im Kleinen mit eingeflochtenen Freiräumen, die den verschiedenen Bedürfnissen gerecht werden. So hat es hier – eine Stufe urbaner als beim letzten Beispiel – in den Sockelzonen der Häuser Läden und andere Angebote, wie z.B. ein Café / Restaurant. Was vorher im Gebäudesockel Maisonette mit Garten war, ist hier öffentlich zugängliches Erdgeschoss. Aus 4 ½ Etagen sind 7 geworden. 

Der obere Plan zeigt die Wohnetagen, der untere die Nutzungen in den Erdgeschossen. Das Zusammensetzspiel bringt Vielfalt und macht die Siedlung zu einem wertvollen und belebten Baustein in Zürichs Norden. Es zeichnet den urbanen Flachbau aus, dass er Dichte, Bezug zur Umgebung und Lebensqualität ermöglicht. Dass es in den «Metropolitan-Hochhäusern» im selben Quartier anonymer zugeht, veranschaulicht der Bericht, dass die Sitzgruppe der Eingangshalle nicht nur einmal gestohlen worden ist.