Im letzten Jahrhundert hatte die Stadt Zürich noch nicht begriffen, was für einen Schatz sie mit all den Höfen in den Blockrandgebieten besessen hat. Man schätzte sie als Hinterhöfe ein und bespielte sie mit Werkstätten und Parkplätzen. Sie hatten keinen guten Ruf. Ganz leise daneben fand sich eine alte Spur von Genossenschaftshöfen. Der Erismannhof, 1928 fertiggestellt, ist eines der schönen Beispiele, wo der Hof einen zusätzlichen Wert für das Wohnen bedeutet. Er soll in einem der nächsten Postings vorgestellt werden.
«Vom Abstellplatz zum Lebensraum», das ist das Thema von HOFgesang (Google), den Andreas Diethelm vor 20 Jahren ins Leben gerufen hat. Höfe belegen 25-30% des Stadtraumes. Dem Autor von Hofgesang schwebte vor, diesen Schatz der Höfe zu heben. In den beiden Bildern sehen wir seine Aktion im Hof des Roten Blocks und davor, auf dem Röntgenplatz, eine Momentaufnahme der Blüte von Engagements, die 1894 mit der Anlage des Strassensterns beginnen. Nach Verkehrszunahme und Niedergang des Quartiers regte sich 1971 eine Arbeitsgruppe, die im Zusammenwirken mit Stadtrat Ruedi Aeschbacher 1983 zur heutigen Platzgestaltung führte.
Zuvor gab es in Zürich nur Wohnen und den Verkehr. Mit dessen Zunahme wurde an brisanten Stellen der Stadt das Wohnen abgewürgt. Ruedi Aeschbacher kommt das Verdienst zu, als Stadtrat den Schutz des Wohnens mit dem neuen Wort «Verkehrsberuhigung» wieder zum Thema gemacht zu haben. Heute wohnen viele seiner einstigen Gegner sehr zufrieden an beruhigten Strassen. Persönlichkeiten im Stadtrat können Signale aus der Bevölkerung aufnehmen und die Stadt verbessern und – hier aufgezeigt – wertvollen Lebensraum schaffen.