Dass sich das schon weltweit bekannte Wiener Projekt von Friedensreich Hundertwasser schlussendlich als Teil einer Blockrandbebauung herausstellt, wissen die wenigsten und mag viele erstaunen. Ebenso das Apartmenthaus «Waldspirale» in Darmstadt. Die Grundstücke waren vorgegeben: im Blockrandgebiet der Stadt Wien und in einem Gebiet von Blockrand- und Zeilenbauweise in Darmstadt.
Der Unterschied zu den üblichen Blockrand-Baumustern besteht nicht nur in den organischen Formen, den ansteigenden Gebäudehorizonten, sondern auch in der Feier der Höhe durch üppige Dachgärten. Damit waren beide Projekte ihrer Zeit weit voraus. Doch alles bleibt im Rahmen des Urbanen Flachbaus von 4-6 (maximal 8) Etagen. Das Gebäude, die umliegenden Strassen und der Innenhof ergänzen sich zu einem Ganzen – nichts von der anonymen Abgehobenheit des Hochhauswohnens.
Was führt ausgerechnet den Künstler Hundertwasser zu der doch eher rigiden Blockrandbebauung? Es ist die Logik der besten Ausnutzung der Bauparzelle. Die Bebauung entlang der Strassen am Rand eines Gevierts generiert das Maximum an Wohnfläche und der dadurch entstehende Hof ist das Geschenk. Stimmt die Nutzung, stimmt das Konto und ermöglicht dadurch Hundertwassers Kunst.
Hof und Rand sind – wie wir in den bereits 19 Postings zum Blockrand-Thema gesehen haben – vielfältig gestaltbar. Europa ist darin Meister. Um hier nur Gaudi mit seiner Casa Milà in Barcelona anzuführen.