Die Früchte von lateralem Denken können so aussehen: Bilder von Paris zeigen einen Weihnachtsmarkt (Coquilles) und ein zweites das Fest eines Arrondissements mit unendlich langer Tafel. Diese beiden Bilder haben «zuerivitruv» im Jahr 2021 elektrisiert. Schon lange hatte er über diese trennende Barrikade inmitten des neuen und sich aufrappelnden Zürich West geärgert. Es folgten immer wieder Postings mit der Idee die Hardbrücke als verbindenden und überdeckten Raum im Zentrum von Zürich West nutzbar zu machen: Zusammenführung der Quartierteile statt Trennung. 2025 hat die IG Zentrum Hardbrücke das Thema aufgegriffen und in der Zeitschrift «Hochparterre» bekannt gemacht. Gemeinderat Marco Denoth reichte mit Kollegen einen politischen Vorstoss dazu ein.
Soviel zur Vorgeschichte der Hardbrücke: Wie in Paris mit dem Pont de Bir Hakeim ging es auch in Zürich um eine grosse stadtquerende Infrastruktur auf zwei Ebenen. Paris hat die Infrastruktur um 1900 gestaltet und zu einem Begriff gemacht. Zürich stürzte die betroffenen Quartierteile ab 1972 durch die US-inspirierte Stadtautobahn ins Elend. Völlig unbegreiflich zwängte man 2011 das Tram zwischen die Stützen, statt es auf einer der zwei flankierenden Strassen zu platzieren und begleitete es noch mit Pollern. Damit war die Spaltung im Zentrum von Zürich West Tatsache geworden – just als der neue Stadtteil zu leben begann.
< Kein Bier auf Hawaii – kein Städtebau in Zürich >
Mit dem Vorschlag der «Säulenhalle» – der hoffentlich bald realisiert wird – würde Zürich in etwa das Niveau erreichen, das «Bir Hakeim» seit 1905 verkörpert. Dieser freundliche Wink geht an den neu gewählten Stadtrat, stadtprägende Projekte mit starker Hand departementsübergreifend und zusammen mit Privaten zu realisieren.