Soziologie des Wohnens 8 – Eigene Identität im Stadtbild

Der amerikamische Umweltpionier James Wines beklagt in einem Gespräch mit Sabine von Fischer in der NZZ vom 26. Januar 2021, dass Menschen in den Hochhäusern ihre Identität verlieren und in der Architektur (im Betonraster) völlig untergehen. Er fordert gestalterische Autonomie damit sich die Bewohner eine eigene Identität im Stadtbild schaffen können.

«zuerivitruv» meint mit der Basler Siedlung am Schaffhauserrheinweg ein solches erfreuliches Beispiel gefunden zu haben.

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Soziologie des Wohnens 7

Eine charmante und liebenswürdige Stadt vermeidet es, Familien zu kasernieren, in die Höhe zu stapeln und dem Wohnumfeld zu entreissen. Wohnhaus und Umgebung sollten vielmehr eine intensiv belebte Einheit bilden. Sie gehören zusammen und ergänzen sich. Nach der schon früher portraitierten Siedlung Toblerstrasse in Zürich (4 Postings zurück) ist «zuerivitruv» auch in Basel fündig geworden. 

Am Nordufer des Rheins beweist die Siedlung der privaten Sarasin Anlagestiftung am Schaffhauserrheinweg, dass die Einheit von Haus & Umgebung auch bei hoher Dichte möglich ist. Kinder aller Altersstufen treffen sich im Binnenraum zwischen den vier Wohnhäusern. Die umlaufenden Veranden unterstützen die Idee.

Sogar die Bauökologie stimmt: Die Siedlung besteht soweit wie möglich aus Holz. Architekten: Jessenvollenweider.

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Soziologie des Wohnens 6

Als Bild ein leicht spöttischer Kommentar zur Zürcher Baupolitik, den «zuerivitruv» nicht unterdrücken möchte: ein jüngst in der NZZ erschienener Leserbrief, der zeigt, wie sich die Institutionen des Wohnungsbaus auf ihrem falschen Pfad immer mehr verheddern.

Ziehen wir wieder die Gelb-violett-Brille des vorletzten Postings an: Der für die Familien lebbare (gelbe) Bereich wird herausgeschlagen und vernichtet. Was bleibt, sind die «restlichen» 40 (violetten) Etagen des Hors-Sol-Wohnens.

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Soziologie des Wohnens 5 – Zürich vereinzelt Kinder

Kennen Sie ein Projekt, bei dem das nicht so ist? Ja: die Siedlung Hornbach – zum Glück bereits gebaut und bezogen. 

Für alle anderen grossen Zürcher Projekte gilt das Bild und der Spruch des grossen Schweizer Kinderarztes Remo Largo: «Sagen Sie mir, wie man ein Kind im 24. Stock erziehen soll». 

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Soziologie des Wohnens – Der Familienbereich

Wo Familien wohnen sollten, hat mit Bodennähe zu tun. Am besten der Garten vor den Fenstern, doch ist herein / heraus zwischen Wohnung und Garten bis in die Etage 3 denkbar und praktikabel. Die Bilder zeigen die lebbare Zone für Familien mit Kindern in Gelb (A). Rotviolett (B) bezeichnet die Etagen bei denen der Film zwischen Innen und Aussen gerissen ist. Dieses Gelb / Violett – Schema ist auf alle Wohnbauprojekte anwendbar.

Die Abbildungen zeigen links das erste von 5 Wohnsilos der Überbauung Thurgauerstrasse in Zürich Nord und rechts die Abstimmungsvorlage «Letzi» am Gleisfeld in Altstetten im soziologischen Farbkleid. 

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Soziologie des Wohnens 3 – Geglückte Verdichtung

Hier ist das in den letzten beiden Postings gesagte möglich: Kinder können sich treffen, spielen und austoben – in Sicht- und Rufweite der Eltern. Dass die Soziologie stimmt und die Siedlung «Toblerstrasse» erst noch gut gestaltet ist, das ist das Verdienst der Allgemeinen Baugenossenschaft Zürich (ABZ), der Wettbewerbsjury und der Architekten.

Wir haben hier ein Musterbeispiel, wie mit Mass und Würde verdichtet werden kann. «zuerivitruv» gratuliert !!!

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Soziologie des Wohnens 2 – Was Kinder brauchen

Kinder lernen draussen andere kennen, können frei spielen, werden kreativ, entwickeln Interessen und Fähigkeiten und lernen mit anderen umzugehen. Sie sind in Sicht- und Rufweite der Eltern. Das braucht überschaubare und zugeordnete Aussenbereiche und bedingt Wohnhäuser oder Gruppen mit einer beschränkten Zahl von Familien. 

Das heisst für eine gute Stadtplanung viele aber kleine Einheiten mit 3, maximal 4 Etagen. Das Hochhaus mit 1000 Einwohnern wie 2x am Hardturm geplant, geht nicht. Auch die 5 Wohntürme an der Thurgauerstrasse gehen nicht.

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Soziologie des Wohnens

Nach den 9 Postings zu Stadtklima und Stadtgrün wechselt «zuerivitru» zum nächsten Thema: Soziologie des Wohnens.

Etwas provokativ stellt «zuerivitruv» die Frage, ob die Schweizer ihre Kinder ebenso gerne haben, wie die Franzosen. Sie sehen unten rechts auf der Briefmarke mit der sympathischen Marianne Kinder beim Spiel.

Kinder brauchen zu ihrer Entwicklung Kameraden, Bewegung und werden damit ertüchtigt und lernen den Umgang mit den Mitmenschen. Je früher und regelmässiger, desto besser. Das kann nur im Wohnumfeld geschehen und nicht auf der 20. Etage.

Und jetzt die provokante Frage: Warum werden in praktisch allen grossen Neubauprojekten der Stadt Zürich die Familien und ihre Kinder in Hochhäusern kaserniert und in die Höhe gestapelt?

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