Soziologie des Wohnens 14 «In Masse abgesondert»

Kenner sehen rasch, dass wir uns in Le Lignon bei Genf befinden. Hier herrscht seit 1970 die Anonymität der grossen Zahl.

Den Bezug zur Umgebung, der es erlauben würde, einmal in Ruhe zu Hause zu bleiben und die Kinder herauszulassen, gibt es nicht. Es bleibt die Flucht mit dem Auto. 

Ein Modell für die Verdichtung der Stadt Zürich? Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass das Hochbaudepartement immer noch auf dieser veralteten Schiene fährt. Die eigenen Projekte der Massenbehausungen ohne Bodenkontakt werden vorangetrieben: Die Tramdepot-Türme, Thurgauerstrasse und das am 7. März zur Abstimmung kommende Projekt Letzi direkt am Gleisfeld von Aussersihl / Altstetten. Auch die privaten Projekte gleicher Art erfahren die Förderung durch das Amt. 

Währenddessen gewinnen Schweizer Architekten in München einen Wettbewerb für ein grosses Wohnquartier mit üblichen Gebäudehöhen und angenehmen Aussenräumen, die Wohnungen mit Bezug zur Umgebung erlauben.

Bild: Rolf Keller 1974

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Soziologie des Wohnens 13 – Abgehoben parkiert

Bereits 1974 machte der Architekt Rolf Keller in seinem Werk «Bauen als Umweltzerstörung» neben der ästhetischen Katastrophe auch auf die Absonderung in der Höhe aufmerksam. Nicht nur der eingeschränkte Kontakt mit dem Wohnumfeld und anderen Menschen wird beklagt, sondern auch der Ausblick auf das ähnliche Elend im Nachbarhaus. Das ist die Künstlichkeit des Daseins im Hochregallager. Kein Trost für die Seele, kein Rezept für Zürich.

Bild: Rolf Keller 1974

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Soziologie des Wohnens 12 – Gut und friedlich zusammenleben

«zuerivitruv» stellt fest: Alle können friedlich zusammenleben, jeder kann sich in der Wohnung und auf dem Balkon zurückziehen. Im Erdgeschoss gibt es einen eigenen Garten, in den Obergeschosse grosse Balkone. Dazu viel öffentliche Fläche. Hier finden wir die perfekt gestaltete Beziehung zwischen Haus und Aussenraum: «free flow für die Kinder. Niemand ist kaserniert, anderweitig separiert oder in die Höhe gestapelt. Jede Wohnung lässt die individuelle Gestaltung zu. Vgl. 4 Postings zurück: Gedanken von James Wines.

Siedlung Grünmatt, Familienheimgenossenschaft, Graber Pulver Architekten.

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Soziologie des Wohnens 11 «Der Altersrüssel»

«zuerivitruv» hat bisher 10 Postings den Kindern und damit indirekt auch deren Eltern gewidmet. Jetzt will er auch an die Alten denken.

Aktueller Anlass ist das Projekt «Letzi», das am 7. März zur Abstimmung kommt. Im Hochhaus, das dem 8-stöckigen Mäanderbau einen 24-stöckigen Schlusspunkt setzt, sollen unsere Alten untergebracht werden: Ein «Altersrüssel» der sich gen Himmel streckt.

Zu beklagen ist die Separation und Ausgrenzung von älteren Personen statt soziale Durchmischung und gegenseitige Hilfe.

Am ersten Tag würde es prächtig sein, auch noch in der ersten Woche und dem ersten Monat. Doch dann folgt nur noch «Splendid Isolation».

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Soziologie des Wohnens 10 – Erkenntnisse aus der Pandemie

Jetzt, gegen Ende der Pandemie, erreichen uns Berichte über Rückwärtsentwicklungen von Kindern und Jugendlichen durch Eingeschlossensein und Kontaktarmut: Ängstlichkeit; den neuen Medien ausgeliefert (über 3 Stunden im Tag), Zunahme 70%, Computerspielsucht als von der WHO erkannte Krankheit. 

Kinderpsychiater K.H. Brisch sagt: «Bindung kommt vor Bildung» und Kinder könnten erst dann lernen, wenn sie sich emotional sicher fühlten um eine Bindung zur Lehrperson aufzubauen. Könnte das alles nicht auch für die Eingeschlossenen der oberen Etagen der projektierten Zürcher Wohnsilos zutreffen? Fassadenausschnitt: Projekt Thurgauerstrasse.

Splendid oder fatal Isolation? Das ist die Frage zur gegenwärtigen Zürcher Wohnbaupolitik.

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Soziologie des Wohnens 9 «These are not homes»

«These are not homes» sagte kürzlich ein RIBA*-Architekt beim Anblick einer Visualisierung der Türme des Hardturmareals (Doppelbild). Diese Anonymität, die fehlende persönliche Ausdrucksmöglichkeit, der Untergang im Betonraster und in der grossen Zahl – wie es James Wines beklagt – soll bald Wirklichkeit werden. 

«zuerivitruv» bedauert sehr, dass sich die Stadt Zürich gegenwärtig auf solche unwürdige Formen der Behausung eingeschworen hat: Die beiden Tramdepot-Türme, die 5 Türme an der Thurgauerstrasse und die am 7. März zur Abstimmung kommende Bebauung Letzi mit ihrem Alterssilo.

*Royal Institute of British Architects

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Soziologie des Wohnens 8 – Eigene Identität im Stadtbild

Der amerikamische Umweltpionier James Wines beklagt in einem Gespräch mit Sabine von Fischer in der NZZ vom 26. Januar 2021, dass Menschen in den Hochhäusern ihre Identität verlieren und in der Architektur (im Betonraster) völlig untergehen. Er fordert gestalterische Autonomie damit sich die Bewohner eine eigene Identität im Stadtbild schaffen können.

«zuerivitruv» meint mit der Basler Siedlung am Schaffhauserrheinweg ein solches erfreuliches Beispiel gefunden zu haben.

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Soziologie des Wohnens 7

Eine charmante und liebenswürdige Stadt vermeidet es, Familien zu kasernieren, in die Höhe zu stapeln und dem Wohnumfeld zu entreissen. Wohnhaus und Umgebung sollten vielmehr eine intensiv belebte Einheit bilden. Sie gehören zusammen und ergänzen sich. Nach der schon früher portraitierten Siedlung Toblerstrasse in Zürich (4 Postings zurück) ist «zuerivitruv» auch in Basel fündig geworden. 

Am Nordufer des Rheins beweist die Siedlung der privaten Sarasin Anlagestiftung am Schaffhauserrheinweg, dass die Einheit von Haus & Umgebung auch bei hoher Dichte möglich ist. Kinder aller Altersstufen treffen sich im Binnenraum zwischen den vier Wohnhäusern. Die umlaufenden Veranden unterstützen die Idee.

Sogar die Bauökologie stimmt: Die Siedlung besteht soweit wie möglich aus Holz. Architekten: Jessenvollenweider.

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