«Glacier Valley» Die Stadt gestaltet ihr Wachstum

Das Prachtsbild von Adolphe Tièche aus dem Jahr 1908 zeigt die Stadt im Aufbruch: Ein Gebäude übertrifft das andere an Schönheit. Die Schüler des ersten Zürcher Architekturprofessors Gottfried Semper (Semperoper Dresden) verwirklichen sich und begründen damit die Zürcher Palastbautradition. Wir erleben Wachstum, Gestaltung und Schönheit im Verbund. «zuerivitruv» verrät seine geheime Liebe: Das Geschäftshaus «Metropol» am Stadthausquai. Fünf weitere Gebäude sind leicht identifizierbar.

Die Stadtmauern sind abgetragen, und bereits ist die Schöpfung, die Zürich bis heute ausmacht, realisiert: Es sind die Quaianlagen 1887, die einerseits eine neue Grossform schaffen und anderseits die Stadt an den See verlagern. Der See wird Teil der Stadt. Das ist Stadtgestaltung oder Städtebau erster Güte. Dies alles ist das bisher beste Beispiel für eine erfolgreiche Gestaltung des Wachstums!

(Sie sehen, dass hier ganz leise Kriterien für die Beurteilung der Gegenwart aufgebaut werden)

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«Glacier Valley» Stadt in der Landschaft

Das Eis ist geschmolzen, der Mammut verschwunden. Im Glacier Valley ist menschliches Leben eingekehrt. Im Bild der Stand von 1778. Das Ende des Sees erzeugt Dichte. Die barocke Mauer – ab 1648 errichtet – umgibt sogar innere Landreserven. Nicht einmal der Platzspitz ist beansprucht. Entlang von Limmat und Sihl säumen die bewusst gepflanzten Baumreihen den Freiraum für die Städter.

Der Eingriff des Menschen ist in Abwandlung von Palladios «ornamento alla città» ein perfektes «ornamento in paesaggio». Drinnen oder draussen ist klar geregelt. Kirchtürme flankieren den Fluss, der bürgerliche Kratz-Turm das Seeufer. Die Siedlung entstand Schritt für Schritt durch kluge Nutzung der Topographie. Einzig die Stadtmauer war Resultat von Planung. 

Mit dem Alpenpanorama war der Ursprung des Glacier Valley schon immer Teil des Stadtbilds. Auch der hohe Landschaftsanteil gehört zum Wesen dieser Stadt.

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Die Grandezzades «Glacier Valley»

Die einen haben ihr Silicon Valley, wir haben unser Glacier Valley. Nicht im Holozän, doch viel früher, im Würm vor etwa 20’000 Jahren, entstand unser grossartiges Längstal. Dass dort wo der See endet ein Übergang über dessen Abfluss und nach und nach eine Stadt entstand, erstaunt niemanden. Dass aber gerade dort die höhere Hügelkette ihren Kulminationspunkt erreicht, ist ein Geschenk, das wir in Form des Üetlibergs gerne entgegennehmen. Von Natur her sind wir also seit Jahrtausenden bestens ausgestattet. 

Das Geschenk des «Glacier Valley» ruft nach Antworten im Anthropozän. Das Stadtbild wird dabei eine wichtige Rolle spielen.

Sehen wir uns doch im Folgenden genauer an, was das Anthropozän – das Zeitalter des Menschen – für die Stadt Zürich bringt.

Bild: Linthgletscher

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Soziologie des Wohnens 15 – Humanität ist Frage des Massstabs

Eigentlich kann es nicht erstaunen, dass der Mensch mit seiner Grösse von durchschnittlich 175 cm auf die Grössenverhältnisse seiner Umgebung direkt und emotional reagiert. Zu zu grossen Bauten kann er keinen Bezug aufbauen und fühlt sich nicht wohl. In alter Zeit war die Übergrösse technisch nicht machbar. In den über hundert Jahren, in denen Kolossales bautechnisch möglich ist, haben wir genügend Zeit gehabt, zu erleben, was uns – dem Menschen – zuträglich ist. Diktator Ceausescus Palast, die Stalinallee und die zahllosen Plattenbauten in Ost und West sprechen Bände. 

Muss es denn sein, dass ausgerechnet in der zivilisierten Schweiz die menschlichen Grössenverhältnisse beiseite geschoben werden und Technokraten mit ihrem Rechenschieber unsere Wohn- und Siedlungsqualität für ihre Zahlen-Ziele über den Haufen werfen? Sind wir einverstanden – schauen wir zu – wie lange noch?

Wollen wir in Zürich auf lebenswerte Wohnquartiere verzichten?

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Soziologie des Wohnens 14 «In Masse abgesondert»

Kenner sehen rasch, dass wir uns in Le Lignon bei Genf befinden. Hier herrscht seit 1970 die Anonymität der grossen Zahl.

Den Bezug zur Umgebung, der es erlauben würde, einmal in Ruhe zu Hause zu bleiben und die Kinder herauszulassen, gibt es nicht. Es bleibt die Flucht mit dem Auto. 

Ein Modell für die Verdichtung der Stadt Zürich? Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass das Hochbaudepartement immer noch auf dieser veralteten Schiene fährt. Die eigenen Projekte der Massenbehausungen ohne Bodenkontakt werden vorangetrieben: Die Tramdepot-Türme, Thurgauerstrasse und das am 7. März zur Abstimmung kommende Projekt Letzi direkt am Gleisfeld von Aussersihl / Altstetten. Auch die privaten Projekte gleicher Art erfahren die Förderung durch das Amt. 

Währenddessen gewinnen Schweizer Architekten in München einen Wettbewerb für ein grosses Wohnquartier mit üblichen Gebäudehöhen und angenehmen Aussenräumen, die Wohnungen mit Bezug zur Umgebung erlauben.

Bild: Rolf Keller 1974

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Soziologie des Wohnens 13 – Abgehoben parkiert

Bereits 1974 machte der Architekt Rolf Keller in seinem Werk «Bauen als Umweltzerstörung» neben der ästhetischen Katastrophe auch auf die Absonderung in der Höhe aufmerksam. Nicht nur der eingeschränkte Kontakt mit dem Wohnumfeld und anderen Menschen wird beklagt, sondern auch der Ausblick auf das ähnliche Elend im Nachbarhaus. Das ist die Künstlichkeit des Daseins im Hochregallager. Kein Trost für die Seele, kein Rezept für Zürich.

Bild: Rolf Keller 1974

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