Falsche Weichenstellung

Hat London seine Weichen falsch gestellt? «zuerivitruv» kennt kaum eine Stadt, die so hässlich geworden ist, wie London. Natürlich sind nicht die schönen Wohnquartiere von Chelsea, Kensington, Belgravia oder Notting Hill gemeint. Alle übrigens aus dem vorletzten Jahrhundert stammend. Gemeint ist die Geschäftscity der Innenstadt. Jeder Baukonzern darf irgendwo bauen was er will. Besonders abträglich: The Shard, die Scherbe, im Bild leicht zu erkennen.

Zürich ist auf bestem Weg zur hässlichen Stadt infolge Wildwuchses. Die Hochhauszonen von 2002 sind die Grundlage zusammen mit der fahrlässigen und beliebigen Bewilligungspraxis «wo sich gerade ein Grundstück findet».

@hellozurich.ch 
#kreis5zuerich 
#kreis5 
#hochhauszuerich 
#stadtzürich 
#zueritipp 
#nextzürich 
@architects_4_future_zurich
#stadtallianz

Fortsetzung dunkle Seiten der Moderne

Warum gibt es überhaupt dunkle Seiten in der sogenannten «Moderne». Wir dürfen feststellen, dass im 21. Jahrhundert eine weitere Entwicklungsstufe gegen Widerstand von vielen veralteten Verhältnissen gezündet wurde. Die Moderne formte sich als Widerstandsbewegung und ist deshalb zwingend durch diese Geburt geformt. Fordismus in den Fabriken, statt Handarbeit in den Manufakturen und Fortschritte in der Medizin als Beispiele. Eine solche Gegenbewegung kann nicht im Gleichgewicht sein. Schon zu Beginn nicht und erst recht nicht in ihrer Fortsetzung und Verstärkung. Der Club of Rome setzte bereits 1974 Warnsignale. 

Bleiben wir im Kleinen, in der Stadt Zürich mit ihrem Bauwesen: Ungleichgewichte im Stadtbild werden deutlich sichtbar. Die Gestalt der Stadt macht, wenn es so weitergeht, wie seit 2000, keine Freude mehr. Neue Erkenntnisse, die sich nicht politisch, sondern klimatisch und energetisch abzeichnen, melden sich ungefragt und von selbst. 

Es scheint einen neuen Humanismus zu brauchen. Ideen und Ehrgeiz muss sich in bekömmlichere Richtungen als bisher bewegen. Um es kurz mit einem Beispiel zu benennen: Die Hochhausbesessenheit, angeführt vom Hochbaudepartement, ist eine Sache von gestern; auch der im Frühling beschlossene und im November zur Abstimmung kommende Richtplan. Denn darin findet sich nicht nur die Aufhebung der Höhenlimite für Hochhäuser, sondern auch noch die Möglichkeit diese zu gruppieren. Die Stadtverwaltung muss eine neue Vision erarbeiten. Wie sich bisher zeigte, geht es nicht ohne Druck aus der Bevölkerung.

@hellozurich.ch 
#kreis5zuerich 
#kreis5 
#hochhauszuerich 
#stadtzürich 
#zueritipp 
#nextzürich 
@architects_4_future_zurich
#stadtallianz

1 Jahr „zuerivitruv“

«zuerivitruv» hat am 6. August seinen 1. Geburtstag und dankt allen Leserinnen und Lesern für lesen, verbreiten und kommentieren.

Nicht alle Interessierten sind bereit, das spezielle Medium Instagram zu nutzen. Deshalb stellt «zuerivitruv» seine Postings ab heute auch auf dem Internet zur Verfügung:

www.zuerivitruv.ch   (direkt eingeben, nicht über Google)

Vitruvius schrieb vor 2000 Jahren in Rom seine zehn Bücher über Architektur. «zuerivitruv» hat den Faden für unsere Stadt vor einem Jahr wieder aufgenommen. Nicht zuletzt, weil wir uns in einer interessanten und aufregenden Zeit des Wandels befinden, in der Diskussion und Orientierung gefragt ist. Mit den bekannten Worten des Stadtwanderers Benedikt Loderer fragt «zuerivitruv»: «Müssen wir das Oberstübchen neu vermessen?»

@hellozurich.ch 
#kreis5zuerich 
#kreis5 
#hochhauszuerich 
#stadtzürich 
#zueritipp 
#nextzürich 
@architects_4_future_zurich
#stadtallianz

Die dunklen Seiten der Moderne

Nach dem zweiten Weltkrieg ist die Welt in die blendende Moderne aufgestiegen. Überall hat sich alles vorwärtsentwickelt. Dann zeichneten sich da und dort Probleme ab. Es kam zu den allerersten Fällen des freiwilligen Verzichts auf die Produkte der andauernden Innovation. Wir erinnern uns an den Abbruch der amerikanischen Versuche, Überschall-Passagierflugzeuge zu entwickeln. Europa hat es mit der Concorde noch zustande gebracht. Mit dem Salt-Abkommen wurde der Rückbau der Atomwaffen beschlossen.

Fazit: Es muss nicht alles, was möglich ist, auch umgesetzt werden. Was in China oder in den USA an Hochhäusern, selbst zu Wohnzwecken, aufgetürmt wird, muss in der europäischen Stadt nicht zwingend nachgeahmt sein. Mit seiner kulturellen Verankerung ist Europa in der Lage, neue Entwicklungen vor ihrer Realisierung besser zu beurteilen. Zürich hat das betreffend Hochhaus und Stadtbild unterlassen.

Es ist ein Zeichen des Erwachsenwerdens in unserer Epoche der Moderne, nicht gleich alles, was möglich ist, ohne Abwägung (und in kindischem Eifer) zu realisieren.

«In Weisheit nehmen wir, was uns dienlich ist, ohne uns gleich an allem zu überessen». Abgemacht?!

Bild: 
Geschäftscity von London. Im Unterschied zu Zürich wurde dort das Wohnen nicht vom Hochhaus erfasst.

@hellozurich.ch
@hellozurich.ch 
#kreis5zuerich 
#kreis5 
#hochhauszuerich 
#stadtzürich 
#zueritipp 
#nextzürich 
@architects_4_future_zurich
#stadtallianz

BULK im Hang – Schaden im Pavé der Stadt

   « BULK im Hang – Schaden im Pavé der Stadt »

Weiter mit «Bulk», der grossen Masse: Die Frage des Umgangs mit grosser Masse stellt sich in Hanglage auf eigene Art. Im Gletschertal Zürichs soll der Hang fliessen. Er darf durchaus einen «Häuserpelz» haben, im Idealfall die «gestufte Hanglage». Das ist im Vordergrund mit dem brandneuen GLC-Gebäude der ETH der Boltshauser Architekten gut gelungen. Der immer noch grösste (Paul Scherrer-) Hörsaal der ETH aus dem Jahr 1950 von den Architekten Alfred und Heinrich Oeschger schmiegte sich als Vorbild  bereits dem Hang an. Das verdankt sich dem hangparallelen Schrägdach des steilen Amphitheater-Hörsaals. Deshalb ist er rechts von der Bildmitte kaum zu sehen.

Ein grosser Stilbruch ereignete sich in den Siebzigerjahren mit dem Elektrotechnischen Gebäude der ETH. Es kehrt seinen schwarzen Rücken dem Wohnquartier entgegen und verdiente sich den Übernahmen «Dinosauriersarg». Mit der visuellen Blockade geht die Blockade der Fallwinde im Hang einher. Leidtragend ist dann das Pavée der Stadt Zürich. Was die Lawinenverbauungen in den Bergen an Nutzen bringen, schaden aus Hanglagen herausstechende Verbauungen in der Stadt.

@hellozurich.ch 
#kreis5zuerich 
#kreis5 
#hochhauszuerich 
#stadtzürich 
#zueritipp 
#nextzürich 
@architects_4_future_zurich
#stadtallianz

Zürcher Hochhäuser, das Stadtbild und der Fall Bundeshaus Bern

   « Züricher Hochhäuser, das Stadtbild und der Fall Bern »

In dieser Bilderserie sprechen wir von «grossen Bauvolumen» und dem Umgang mit ihnen im «Stadtgefüge». Erstere nennen die Briten Bulk, das zweite Urban Fabric (Tuch / Gewebe). Was Zürich mit seinen Hochhäusern in Zürich West und Nord nicht fertigbringt, hat Bern mit dem Bundeshaus brillant gelöst. Es ist eine grosse Kunst, Grossvolumen in einem Stadtbild zu integrieren. 

Während in Zürich Hochhäuser ungefragt und irgendwo, selbst in Hanglagen, wild aus dem Stadtbild herauspoppen, hat Bern bereits um 1900 ein grosses Bauvolumen ausserordentlich klug in die Längsstruktur seiner Gassen eingesetzt. Die Bilder zeigen oben das Mittelalter und unten das Heute. Die drei Bauten, die das Bundeshaus ausmachen, nutzen die Randlage in Richtung Jungfrau-Mönch-Eiger. Damit der grosse nationale Baukomplex nicht zu starr wurde, hat man ihn dreigeteilt und die Seitenflügel in Richtung Aussicht herausgedreht. Es ist eine konkave Grossform entstanden, die sich mit dieser starken Geste den Alpen zuwendet. Bei der stupenden Erfüllung der nationalen Aufgabe hat der Patient Bern bestens überlebt. «zuerivitruv» fragt: Wo in der Welt wurde die Aufgabe besser gelöst?

@hellozurich.ch 
#kreis5zuerich 
#kreis5 
#hochhauszuerich 
#stadtzürich 
#zueritipp 
#nextzürich 
@architects_4_future_zurich
#stadtallianz