Widerspruch im Richtplan

Viel Grün-Werdung ist im Richtplan eingebaut. Das würde ihn zukunftstauglich machen. Aber der Beschluss von noch höheren Hochhäusern und erst noch Gruppen davon, passt überhaupt nicht ins Konzept. Energetisch sind Hochhäuser im Bau und Betrieb Verschwender, klimatisch sind sie Strömungshindernisse, die sich dem dringend nötigen Luftaustausch in der Stadt entgegenstellen und sozial gesehen bringen sie Unglück für die Familien. «Sagen Sie mir, wie man im 24. Stock ein Kind aufziehen soll» fragte der bekannte Schweizer Kinderarzt Remo Largo.

Ob Grünliberale, SP und FDP je daran gedacht haben, wohin ihre Träume führen, wenn man den Vorgang einmal konsequent zu Ende denkt? Das Manhattan-Titelbild der Zeitschrift «The New Yorker» zeigt die Konsequenz. 

Links: Titelbild, rechts Ausschnitt mit Vergrösserung.

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Giftpfeile im Richtplan

Der kommunale Richtplan ist gar nicht so schlecht – hält Hänge mit Fallwinden von Strömungshindernissen frei, bezeichnet Gebiete für Verdichtung, gibt Anstoss zu grünerem Strassenraum und Quartierzentren, ….

A b e r : 
Es werden in der Debatte des Gemeinderats per Abstimmung Giftpfeile eingebaut. Hochhäuser haben mit sanfter, grüner, energetischer, menschengerechter Zukunft gar nichts zu tun. «zuerivitruv» hoffte, dass auf dem demokratischen Weg vernünftige Zukunft eingebaut werden kann, doch die Vorstellungen liegen zu weit auseinander. Statt zu einer noblen Synthese kommt es zu zufälligen Kompromissen.

«Abschaffung der Hochhausgebiete» (oberes Bild) und zurück zur geltenden Bau- und Zonenordnung (unteres Bild) wäre zukunftstauglich gewesen. 

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Widerspruch im Richtplan

Viel Grün-Werdung ist im Richtplan eingebaut. Das würde ihn zukunftstauglich machen. Aber der Beschluss von noch höheren Hochhäusern und erst noch Gruppen davon, passt überhaupt nicht ins Konzept. Energetisch sind Hochhäuser im Bau und Betrieb Verschwender, klimatisch sind sie Strömungshindernisse, die sich dem dringend nötigen Luftaustausch in der Stadt entgegenstellen und sozial gesehen bringen sie Unglück für die Familien. «Sagen Sie mir, wie man im 24. Stock ein Kind aufziehen soll» fragte der bekannte Schweizer Kinderarzt Remo Largo.

Ob Grünliberale, SP und FDP je daran gedacht haben, wohin ihre Träume hinführen, wenn man den Vorgang zu Ende denkt? Das Manhattan-Titelbild der Zeitschrift «The New Yorker» zeigt die Konsequenz. 

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Die Treiber des Zürcher Hochhauswahns:

Die Treiber im Zürcher Hochhauswahn treten ans Tageslicht: Die Parteien GLP (Antrag) und FDP mit SP (Unterstützung). Sie wollen nicht nur die 80 Meter-Höhenbegrenzung aufheben, sondern wünschen sich «eigentliche Hochhausballungen». Für sie gibt es weder unser Gletschertal noch das Stadtbild als Allgemeingut. Dazu kommt noch die Hartherzigkeit, die Bevölkerung zu Silowohnen zu zwingen. Die Parteien Grüne, SVP, AL und EVP haben das Ansinnen nicht unterstützt.

«zuerivitruv» würde lieber wie anfangs Jahr die Trilogie «klimagerecht», «bewohnergerecht» und «schönes Stadtbild» weiter ausführen, denn diese Gedanken sind im gegenwärtigen Bauboom dringend. Doch erscheint es angezeigt, die fragwürdigsten Beschlüsse und deren Autoren in der laufenden Richtplandebatte zu nennen.

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Es gibt kein Bier auf Hawaii

«Es gibt kein’ Städtebau in Zürich»

Weil es in Zürich keinen Städtebau gibt, fehlt auch das Stadtbild als gängiges Thema. Böse Zungen behaupten, dass mit der Eröffnung der grossartigen Quaianlagen 1885 zum letzten Mal Städtebau in dieser Stadt vorgekommen sei. Mit der Zunahme und Verdichtung der Bausubstanz müsste eigentlich seit langem eine Debatte über schöne Gestaltung der Stadt im grosszügigen Gletschertal erfolgt sein. Bevor darüber befunden worden ist, ob ein Hochhaus-Wildwuchs überhaupt ins grosse Tal passt, beschliesst der Gemeinderat in der jetzt laufenden Richtplandebatte als allererstes «höhere Hochhäuser erleichtern». 

Paris, München, Barcelona und Rom haben sich solche Überlegungen laufend gemacht, denn Stadtbild ist Allgemeingut – auch in Zürich?

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Dichte verteilen – nicht alles in Zürich

Es ist «zuerivitruv» zu Ohren gekommen, dass eine Mehrheit im Gemeinderat bereits in der 1. Sitzung über den kommunalen Richtplan in einen Hochhauswahn ausgebrochen sei. Vor diesem Hintergrund kommt der Überlegung von den konzentrischen Ringen und deren Flächenverhältnissen erhöhte Bedeutung zu. 

Machen wir es abstrakt mit einem Zahlenbeispiel: Beträgt der Radius eines Kreises 10 cm und will man seine Fläche verdoppeln, dann genügt bereits 14 cm. Konzentrische Ringe erreichen sehr rasch die Fläche des Kerns, weil sie aussen herum auf lange Strecken Fläche sammeln. Das heisst auf die Stadt Zürich und ihre umliegenden Gemeinden übersetzt, dass letztere sehr viel von der allgemeinen Bevölkerungszunahme im Kanton Zürich beherbergen könnten.

Zürich verhält sich aber mit seinem Ziel der Zunahme auf 520’000 Einwohner so, wie wenn es diesen Ring der Agglomeration nicht gäbe. Zürich will sich freiwillig an übermässiger Verdichtung verschlucken. Zürich verhält sich so, wie wenn es noch die Stadtmauern gäbe. Das alles zeugt nicht von einem umsichtigen Stadt-Management. Durch diese Fahrlässigkeit sind Schäden im Stadtbild, Silowohnen und Hitzeinseln vorprogrammiert.

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Punktuelle Überverdichtung ist schädlich

Verdichtung ist zur Zeit eine Aufgabe, auf die die Stadt Zürich einerseits mit partiellen Aufzonungen im neuen Richtplan reagiert, aber in der Praxis leider auch mit punktueller Überverdichtung. Sie ist für Bewohner, Familien und Kinder schädlich, weil es zu Hors-sol-Wohnen in Hochhäusern führt. Der übermässige Eingriff in die Stadtsilhouetten ist ein bisher unterschätzter Aspekt, der Zürich vom typisch europäischen Stadtbild weg in Richtung der bekannten Schnellaufbaustädte in China führt. Das resultierende Stoppelfeld leider kein Tagesgeschäft, sondern eterneller Natur.

Die jetzt zunehmend praktizierte punktuelle Überverdichtung basiert auf der Aushebelung der Ausnützungsziffern in den verschiedenen Bauzonen durch missbräuchliche Anwendung des Rechtsmittels des Gestaltungsplans. Es ist eine drastische Verletzung der Zürcher Baukultur und verstösst gegen Treu und Glauben. Für betroffene Nachbarn bedeutet es im Fall von Hochhäusern grosses Unglück (siehe das vor-vorletztes Posting).

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Stadtklima und Richtplan

Stark durchgrünte Quartiere sind die Antwort auf die Erwärmung in den Städten. Dass das gelingt, sollen Häuser und Bäume ähnliche Höhen aufweisen. Im Sommer schützen die Blätter vor der Aufheizung von Strasse und Fassade. Die Verdunstung der Erdfeuchtigkeit kühlt. Im Winter ermöglicht der Blätterfall den Zutritt der Sonne. Dieses System ist so gut, dass es patentiert werden könnte! Grossbäume sind auch Tiefwurzler und erreichen Höhen von 15 bis 20 Metern. Und für die Häuser mit 3 Metern pro bewohnten Stock plus Dach ergibt das 6 Etagen. Voilà, damit sind wir in Paris / Haussmann! Ist die Stadt Zürich intelligent, wird sie das im neuen Richtplan berücksichtigen. Morgen Mittwoch beginnen die Beratungen.

Bild: stadtzh

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