Hässlich?

Wie schon gesagt, setzt «zuerivitruv» seine kleine Reihe im Zwischenraum der Jahre fort. Hier ein Blick von ausserhalb. Die Bildlegende:

«Selbst die Schweiz ist vor der Geissel der Hässlichkeit nicht sicher».

Das sagt Robert Kwolek, Architect / Urbanist / Designer in den USA und England ausgebildet und jetzt in der Schweiz lebend. Europa sei die einzige Region, in der Hochhäuser die Stadtzentren nicht dominieren.
Zürich: Türme ohne Bedeutung müssen kilometerweit gesehen werden und drängen sich auf.

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Wer darf? Dürfen alle? Überall? Wie endet es?

Im zu Ende gehenden Jahr haben diese Hochhausprojekte zu Diskussionen geführt: Wohntürme auf einem Tramdepot an der Limmat, Fussballtürme auf dem Hardturmareal und fünf Wohntürme an der Thurgauerstrasse. Seit längerem beklagen wir die städtebaulich völlig unbegründete, zufällige Setzung von Hochhäusern im Stadtbild und konstatieren 20 Jahre nach dem Erlass von Hochhausgebieten in Zürich ein hässliches Stoppelfeld.

Hochhäuser sind nicht einfach Hochhäuser. Sie sind im europäischen Stadtbild Disruption. Im Jahr 2021 könnten wir angesichts des unteren Bildes entscheiden, ob wir so weiterfahren wollen, denn Stadtbild ist Allgemeingut. «zuerivitruv» wird die Frage stellen – machen Sie mit!

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Bitte keine Fortsetzung!

Wir erleben jetzt gerade graue und heitere Tage. Die graue Version im Bild lässt die Zerstörung der landschaftlichen Horizonte für einmal weg und bringt den rein volumetrischen Aspekt des städtebaulich völlig unbegründeten Wildwuchses zur Geltung und ermöglicht die Beurteilung durch uns alle. Schliesslich ist das Stadtbild Allgemeingut. Nehmen Sie sich Zeit – machen sie Stadtwanderungen, wägen Sie ab.

Nach verlorenen Abstimmungen gegen die beiden Hochhausprojekte Hardturm und Thurgauerstrasse können wir diese Tage des Übergangs dazu nutzen, uns eine Meinung zu bilden, ob wir eine solche Fortsetzung angesichts der Fragen des Stadtbilds, der Energie, des Klimas und der Art des Wohnens und Zusammenlebens überhaupt wollen. 

Mit Shakespeare: That is the question for 2021 !

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Übung geglückt

Wie schon in den Postings zuvor macht sich «zuerivitruv» am Ende des Jahres zwischen den Festtagen mehr oder weniger frohe Gedanken. Hier einmal «froh»: 

Es geht auch anders: nämlich mit geerdetem Wohnen. Das zeigt die neue städtische Siedlung Hornbach im Seefeld. In Klammer: Auch hier wurde mit der Höhe der Bauten überbordet. Die Bewohner der stadtauswärts angrenzenden Genossenschaftssiedlung Eigen- Heimatstrasse, 1893 erbaut, musste Rekurs einreichen und hatte dabei Erfolg (oberes Bild). Erfolg hatten wir in der Folge alle, wie das Bild der neuen Siedlung vom Park her zeigt. Das gilt nicht nur für den Park, sondern auch für das Dampfschiff.

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2020: Siloparade

Von links: Projekt Letzi, Fussball-Hochhäuser Hardturm, unten Thurgauerstrasse.

Gelb: geerdetes Wohnen mit Bodenbezug.
Violett: abgehobenes Hors-Sol-Wohnen.

Hardturm hat in der Abstimmung wegen Fussball 69% Zustimmung erhalten.
Thurgauerstrasse nur 59%, obwohl es sich um Wohnungsbau handelt.

Im Jahr 2020 erhielt die Wohnbaupolitik der Stadt Zürich abnehmend Zustimmung. Das lässt für die nächsten Jahre hoffen, denn die übermässige und panikartige Verdichtung mit Wohnsilos verliert Unterstützung. Jetzt sind schöne und menschengerechte Quartiere gefragt.

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Schöne Festtage!

… wünscht Dir / Ihnen zuerivitruv und dankt der Leserschaft ganz herzlich für die Aufmerksamkeit, die er geniessen durfte. Er freut sich, dass Stadtbild und alles, was damit zusammenhängt in unserer munteren und geschäftigen Stadt doch eine Rolle spielt. Stoff gibt es genug; die Stadt erlebt eine Wachstumsphase und das erfordert eine wohlwollende Wachsamkeit.

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Zwei Welten

Die Festtage sind in Sichtweite – zuerivitruv fokussiert auf das Geschehene seit seinem Sommerstrart: In Zürich sind es Welten die weit auseinander liegen:

• Das Amt will Verdichtung mit dem anonymen Hochhaus erreichen.
• Andere träumen vom Fest des Lebens im urbanen Flachbau.

Was will die Bevölkerung?
2021 wird zeigen, wie es weitergeht.

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Es muss einmal gesagt werden!

Liest man Abstimmungsvorlagen, liest man in der Presse, meint man, dass in Zürich nur noch Hochhäuser in frage kommen und dies der einzige gängige Bautypus sei. Schon 2009 schrieb ETH-Dozent René Furer in seinem Heft Nr. 11, dass Hochhäuser für Familien nicht geeignet seien. Zürich forciert gegenwärtig den genossenschaftlichen Wohnungsbau und das ist vor allem Familienwohnungsbau. Das Hochbaudepartement verfolgt das Richtige Ziel mit den falschen Mitteln. Wie die letzten Postings aufzeigten liegt die grosse Mehrzahl der Wohnungen, die nächstens erstellt werden sollen weit oberhalb der 4. Etage – im Bereich, der für Familien nicht geeignet ist. 

In diesem Posting wird der Scheinwerfer gewendet und wieder auf menschengerechtes schweizerisches Wohnen im urbanen Flachbau gerichtet. 

Die Logik: Drei Etagen sind für Familien noch gut, vier gerade noch tragbar. Darüber kinderlos. Dieser familientaugliche Wohnungsbau gruppiert sich um anregende und bespielbare Aussenräume. Dem Aussenraum kommt die selbe Bedeutung zu wie den Gebäuden. Sie ergänzen sich und eine zeitgemässe Zugabe sind die hohen und tiefwurzelnden Bäume, die Schatten spenden und kühlende Wirkung haben. 

So sieht die zukunftsträchtige Synthese aus!

Bild: Architekturführer Zürich, Werner Huber / Siedlung Toblerstrasse

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