Bagatelle Bellevue?

Erstaunt es, dass sich «zuerivitruv» dem Bellevue zuwendet? Erstens sterben dort die neuen Bäume (rote Kreuze) und zweitens gibt es in dieser Krise Gelegenheit, mehrfach zu punkten. Das Platzkonzept war schon zu Beginn klimatisch gesehen veraltet. Grosse versteinerte Flächen heizen sich auf – neue Hitzeinseln sind nicht mehr gefragt. Das gilt auch für den Münsterhof. Vor wenigen Jahren flogen Schirme bei Sturm in die Luft. Jetzt geben solidere Modelle ein bisschen Schatten.

Erfolgreicher ist der Stadelhoferplatz mit seinen gigantischen Platanen und dem rauschenden Brunnen. Da meldet sich ein französisches Konzept mit Vehemenz und Unsterblichkeit zurück.

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Jan Gehl

Der dänische Architekt Jan Gehl tut seit längerem das Richtige: Er sieht das Haus im Zusammenhang mit seiner Umgebung, seinem Quartier. Wobei Quartier Teil der Stadt ist und Quartiere die Stadt machen. Das Haus verbindet sich mit seinem Umfeld. Im Haussmann-Paris ergeben sich bei Einmündungen dreieckige Restgrundstücke. Dort findet alle paar Tage ein Markt statt. «Comment le voulez-vous?» wurde «zuerivitruv»dort am Käsestand gefragt. «Camembert» sagte er. «Mais comment – le Camembert!?». Schon weich, halbreif – das war die Frage. Solch berauschende Szenen spielen sich idealerweise schon im Quartier ab und nicht erst nach einer Fahrt ins Shopping Center.

Das Haus ist Teil der Stadtstruktur, die wichtiger ist, als es selbst. Das Zürcher Hochhaus ist da der Elefant in der Porzellankiste.

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Schaden für die Stadt – Schaden für die Bewohner

Ein Haus ohne Bezug. Hingestellt wie ein Schrank. Entfremdung und Abwendung von der Umgebung durch Hochformat. Wir sprechen vom Wohnen. Büro ist etwas anderes, das wir hier für einmal ausser Acht lassen. Einfach hingestellt worden, wie bestellt und nicht abgeholt. Mangels Bezug kippt dieser Genossenschaftsbau zum Fremdkörper, eher zum Schadensfall als zu einem Beitrag für Stadt. 

Wer ist es, der da wohnen möchte? Vielleicht die schon lange andauernde Wohnungsnot.

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Freundliche Stadtergänzung

Das lange Haus steht im Bezug zur Umgebung: eine Ausstülpung von Mutter Erde, von ihr abstammend und mit ihr im Kontakt verbleibend. Ein Haus mit Zusammenhang und damit ein Haus mit Verbindung zur eigenen Umgebung. So wird das Haus ein Beitrag zur Stadt.

«Ornamento alla Città», wie es Andrea Palladio schon im 16. Jahrhundert in seinen «Quattro Libri» forderte.

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Zwei Welten

Der liegende Block (Kraftwerek 1) mit der grosszügigen und luftigen Sockelzone kommuniziert lebhaft mit der Umgebung. Man kann sich darin auch eine grosse Vielfalt von interessanten Nutzungen vorstellen.

Beim stehenden Block rechts (ABZ) herrscht Monokultur. Die Bewohner sind gestapelte Insassen: 1 Stock mehr oder weniger gefällig? Oder gar 10? Es spielt keine Rolle mehr, denn der Mensch ist im Hochregallager. «zuerivitruv» sind die Bestrebungen zur Gruppierung von Etagen bekannt: eine Symptombekämpfung. Nicht vergessen: Diese 80 Meter hohe Scheibe erhebt sich über das Häusermeer und greift massiv ins Stadtbild ein. Sie macht sich zum weither sichtbaren Monument, ohne eines zu sein. Die in der Stadt begehrten Luftströme treffen auf ein beachtliches Hindernis. Gleiches geschieht unserem Blick der frei über die Stadt schweifen will. Die bewaldeten Kuppen der Hügelzüge verabschieden sich. Hier ist ein öffentliches Interesse tangiert, denn Stadtbild und der freie Blick ist Allgemeingut.

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Zwei Bautypen im Vergleich

Liegend oder stehend – das macht den Unterschied der Projekte im Koch-Areal: Der stehende Block (das Hochhaus) hat alles an einem vertikalen Erschliessungskern mit den Liftbatterien und Treppen. Sofort entsteht die zu grosse Zahl an nur einem Eingang im Erdgeschoss. Die Anonymität ist schon da, die Isolation von der Umgebung absolut. Eine Vorzone auf Mutter Erde erübrigt sich.

Ganz anders beim liegenden Block. Es gibt mehrere Treppenhäuser mit weniger Bewohnern und eine grössere Nähe zur Umgebung im Erdgeschoss. Innen und Aussen ist verwoben, die Umgebung erreichbar. Zudem verbindet eine Terrassenetage die Treppenhäuser im 1. Stock und bildet eine halböffentliche Zone die dann in einen kleinen Park mit Baumbestand übergeht.

Freundlicher kommunizierender Wohnblock oder isolierter Wohnsilo?
Ein Beitrag oder ein Schaden für die Stadt?

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Grosse Zahl und grosse Höhe

G r o s s e Z a h l + G r o s s e H ö h e 

Grosse Höhe ist ohne die grosse Zahl nicht zu haben. Das liegt am Stapelvorgang entlang der Liftbatterie. Die Entwurzelung von der Umgebung und der Nachbarschaft ist mit dem letzten Posting schon «eingekauft», denn das Wohnhochhaus produziert dieses Defizit zwangsläufig. Und noch andere dazu: Das Auftürmen und Liftfahren schliesst die Heranwachsenden aus. Im zarten Alter muss sich das Wohnen zum Aussenraum und dem Spielplatz schwellenlos fortsetzen. Ein par wenige Treppenläufe können das sein; mit 3-4 Etagen hat es dann definitiv sein Ende. Das Hochhaus ist für Familien nicht geeignet. Umso mehr erstaunt es, dass die Stadt Zürich in ihrem Norden an der Thurgauerstrasse Wohnbaugenossenschaften mit einer Folge von 5 Hochhäusern «beglücken» will. Das Referendum ist ergriffen worden – die Vernunft hat noch eine Chance – die Abstimmung ist auf Ende November datiert.

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Die zu grosse Zahl

Wenn sich «zuerivitruv» zu Beginn des 21. Jahrhunderts in Zürich umschaut, fällt ihm der Verlust des menschlichen Massstabs auf. Die zu grosse Zahl – ob horizontal oder vertikal – macht all die neuen Projekte so unmenschlich.

Der ledergerbersche Paukenschlag mit den Hochhausgebieten von 2001 hat den Weg in die falsche Richtung geöffnet. Ohne der zu grossen Zahl sind Hochhäuser gar nicht möglich. Die Einführung des Hochhauses hat nicht nur die Stapelung der Bewohner in die Höhe gebracht, sondern auch die Entwurzelung von der Nachbarschaft und dem Quartier.

Vielleicht dachte man, es würden nur Bürotürme gebaut, doch es sind vorwiegend Wohnsilos gekommen.

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