Soziologie des Wohnens 3 – Geglückte Verdichtung

Hier ist das in den letzten beiden Postings gesagte möglich: Kinder können sich treffen, spielen und austoben – in Sicht- und Rufweite der Eltern. Dass die Soziologie stimmt und die Siedlung «Toblerstrasse» erst noch gut gestaltet ist, das ist das Verdienst der Allgemeinen Baugenossenschaft Zürich (ABZ), der Wettbewerbsjury und der Architekten.

Wir haben hier ein Musterbeispiel, wie mit Mass und Würde verdichtet werden kann. «zuerivitruv» gratuliert !!!

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Soziologie des Wohnens 2 – Was Kinder brauchen

Kinder lernen draussen andere kennen, können frei spielen, werden kreativ, entwickeln Interessen und Fähigkeiten und lernen mit anderen umzugehen. Sie sind in Sicht- und Rufweite der Eltern. Das braucht überschaubare und zugeordnete Aussenbereiche und bedingt Wohnhäuser oder Gruppen mit einer beschränkten Zahl von Familien. 

Das heisst für eine gute Stadtplanung viele aber kleine Einheiten mit 3, maximal 4 Etagen. Das Hochhaus mit 1000 Einwohnern wie 2x am Hardturm geplant, geht nicht. Auch die 5 Wohntürme an der Thurgauerstrasse gehen nicht.

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Soziologie des Wohnens

Nach den 9 Postings zu Stadtklima und Stadtgrün wechselt «zuerivitru» zum nächsten Thema: Soziologie des Wohnens.

Etwas provokativ stellt «zuerivitruv» die Frage, ob die Schweizer ihre Kinder ebenso gerne haben, wie die Franzosen. Sie sehen unten rechts auf der Briefmarke mit der sympathischen Marianne Kinder beim Spiel.

Kinder brauchen zu ihrer Entwicklung Kameraden, Bewegung und werden damit ertüchtigt und lernen den Umgang mit den Mitmenschen. Je früher und regelmässiger, desto besser. Das kann nur im Wohnumfeld geschehen und nicht auf der 20. Etage.

Und jetzt die provokante Frage: Warum werden in praktisch allen grossen Neubauprojekten der Stadt Zürich die Familien und ihre Kinder in Hochhäusern kaserniert und in die Höhe gestapelt?

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Grün in Weiss auch am Letzibach

“zuerivitruv” schaffte es nicht, noch in der selben Nacht des Besuchs in Unterstrass (siehe letztes Posting) auch die neue Siedlung «Letzibach» in Zürich-West/Altstetten bei Schnee zu besuchen. Dies sei jetzt nachgeholt – ein Vergleich lohnt sich.

Wie schon gesagt, bringt der Schnee die Einbettung im Stadtgrün der Bäume gut zur Geltung. Doch die rücksichtslose Verdichtung am Letzibach lässt keinen einzigen Baum zu. Gäbe es einen, würde er lediglich ¼ der Höhe der Bauten erreichen. Die heute geforderte starke Durchgrünung der Stadtquartiere wäre schon aus diesm Grund nicht möglich. Nur wenn Bäume und Bauten ähnliche Höhen aufweisen, kommt mit der Beschattung und der Kühlung durch Verdunstung ein positiver Klimaeffekt zustande.

Tragisch: Die Betonburg steht neben dem Gleisfeld, wo dieses am breitesten ist. So fördert man (natürlich im Sommer) mit grossem Erfolg die Bildung von Hitzeinseln in unserer Stadt!

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Grün in Weiss

«zuerivitruv» kann das Thema immer noch nicht wechseln und muss beim Stadtgrün bleiben, weil dieses jetzt so schön weiss ist und uns noch viel deutlicher seinen Stellenwert im Stadtgewebe zeigt. Hier im Bild eine Strasse im äusserst dicht bebauten «Palazzi-Quartier» von Unterstrass.

Wir sehen trotz Dichte visuell üppig gepolsterte Quartierstrassen. (Die nackten «Zementhaufen», wie an der Hohlstrasse sind im Vergleich nicht spannend.) «Visuell» und Klima bilden eine Synthese und gehen parallel. Das ist Glück. Seien wir klug und nehmen wir es an! So beginnen wir mit dem dringend notwendigen Paradigmenwechsel im neuen klimagerechten Städtebau.

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Klima und Stadtgrün

Bevor «zuerivitruv» Soziologie im Wohnen thematisiert, kommt hier die Schlussbemerkung zu Klima und Stadtgrün:

Zu einer gemütvollen Stadt ohne Hitzestress gehört – wie wir gesehen haben – ein intelligentes Geflecht aus Bäumen und Gebäuden. Der urbane europäische Städtebau bewegt sich in Gebäudehöhen, die auch durch Grossbäume mit tiefen Wurzeln erreicht werden. So kommt im Sommer wohltuender Schatten und Kühlung durch Verdunstung zustande. 7 Postings zurück wurde Glücklichsein in der Stadt durch Vogelgezwitscher ins Spiel gebracht.

Dieses «Savoir vivre» lebt Paris, und nicht nur Paris, seit 60 Jahren vor. Und was uns heute interessieren muss: bei grosser Dichte.

Entwickeln wir doch unser eigenes klimagerechtes Zürcher Modell, verlassen wir das veraltete technokratische Konzept der Zementburgen, die sich jenseits oberhalb dem wohltuenden Baumhorizont bewegen.

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Strömungshindernisse

Im Unterwallis werden die Reihen von Pappeln gebraucht, damit die Felder nicht austrocknen.

Zürich, bekanntlich ein Ort, der oft unter Schwachwindigkeit leidet, ist hingegen im Sommerhalbjahr um jedes Lüftchen froh. Graz hat schon im Jahr 2000 begonnen, das Problem zu untersuchen. Ähnlich, wie bei uns, gibt es die Täler als Zuluftkorridore und die kühlenden Fallwinde an allen Flanken der Hänge: Zürichberg, Friesenberg, Hönggerberg. In einer Karte hat Graz die Strömungshindernisse festgehalten.

Die Zürcher Strömungshindernisse sind hier abgebildet. Sie vermehren sich gegenwärtig wie Kaninchen. 

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Haus & Baum, die neuen Partner

Haussmann und sein Landschaftsarchitekt Alphand haben Haus & Baum schon von Anfang an zusammen konzipiert – als Gleichgewicht zwischen Natur und Stadt. Das war ab 1853 das neue Denken in Paris.

Die flirrenden Schatten auf den noblen Fassaden im Bild rechts haben zum Werden der Hauptstadt des 19. Jahrhunderts ihren nicht wegzudenkenden Beitrag geleistet. Selbst die Dichter sind eingestiegen.

Ob 1853 mit den Bäumen schon ans Stadtklima gedacht wurde, kann offen bleiben – heute muss aus Gründen der Klimaerwärmung an sie gedacht werden.

Können wir in Zürich jetzt nicht umstellen um die Zukunft zu meistern? Müssen wir wirklich jetzt noch mehr nackte «Zementburgen» bauen, wie im Bild links an der Hohlstrasse? Wollen wir Baumassen, die sich aus dem Baumhorizont heraus erheben und im Sommer zu Wärmefängern werden? Wollen wir Strömungshindernisse, die sich dem Luftaustausch und den Fallwinden entgegenstellen?

Das sind die falsch konzipierten rein technokratischen Vorhaben der Stadt Zürich: 
Tramdepot Hard, Hardturm, Thurgauerstrasse und Letzi. 

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