Alle sind fort – denken wir also ungestört über die Stadt Zürich nach! Das Begräbnis der Zukunft des äusseren Limmatraums hinter uns habend, reiben wir uns die Augen. Der Sonntagsspaziergang im inneren Limmatraum ist überwältigend. Die vielen Sitzgelegenheiten, der Korso, die Stufen der Riviera zum Wasser und auf beiden Seiten die poetischen Sophoren. Das alles wurde einst gemacht. Da gab es (noch) eine Volonté Générale in unserer Stadt. Linksufrig musste das Kratzquartier weichen und der Stadthausquai konnte neu gestaltet werden. Sein grünes Gusseisengeländer und die Bäume vor den neuen Prachtsbauten, wie das Stadthaus, die (ehemalige) Fraumünsterpost und vor allem das Haus Metropol sind ein beeindruckendes Ensemble. Rechtsufrig ist eine Synthese zwischen Alt und Neu gelungen. Die Altstadthäuser stehen mit ihren «Vorderhufen» nicht mehr im Waser. Hier ist ein Quai vorgelagert worden.
Den selben Mut müsste Zürich auch bei der Gestaltung der äusseren Limmat wieder finden. Es wird nicht mehr mit «Prunk» geschehen, denn wir stehen im Paradigmenwechsel Energie/Klima/CO2. Sollte die Aufgeschlossenheit fehlen, bedarf es auch eines Wechsels der Equipen.
Sie sehen, nach dem Untergang in der Abstimmung regen sich die Geister bereits wieder. Warum? Weil Zürich einmal «gut» war und weil wir uns von bösen Geistern nicht unterkriegen lassen. Auch die heute lebende Generation erwartet eine Stadt mit Gestaltungskraft.