On n’est pas moderne quand on suit la mode: (Karl Jaspers)

Überall auf der Welt wird gestopft, gestapelt und entfremdet. Doch wir wollen eine schöne, angenehme und lebenswerte Stadt. «hellozurich» und «visitzurich» hören auf Instagram zu. Wir wollen an der Thurgauerstrasse eine lebhafte Aufwertung. Wir wollen auf unseren nördlichen Stadtzugang stolz sein können und durch Atmosphäre empfangen, nicht durch Klötze, die krampfhafte Massenunterbringung markieren. 

Zu oft spricht man von «Stadttor». Das gibt es in der Moderne nicht mehr. Doch die neue Siedlung an der Thurgauerstrasse soll ein freundlicher Landmark am nördlichen Stadteingang werden; ein 650 Meter langes Kunstwerk, das zeigt, wie man heute lebt.

Bild: Massimo Collection, Zurich

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Sympathisches Quartier – nicht «klonken»

Vergessen wir das lange Band mit den 5 hintereinander gestaffelten Wohnsilos – diesen Kurzschluss aus dem Verdichtungswahn des Hochbaudepartements. 

Besinnen wir uns auf die Identität von Seebach um daran anzuknüpfen: ursprünglich feuchte Auen mit Rinnsalen, die der Glatt zustrebten. Im 20. Jahrhundert konzipierte das Hochbauamt Gartenstädte in Seebach (Bild) und Schwamendingen. Jetzt haben wir die Verdichtung, aber gleichzeitig auch die Ökologie und den Klimawandel – beides ist im megalomanen Projekt nicht berücksichtigt. Dichte und Ökologie sind zur Synthese zu bringen: Bäume und Gebäude bewegen sich in ähnlicher Höhe und bilden ein Gewebe von sanften Aussenräumen, die wie selbstverständlich die Querbewegungen durch das lange Grundstück zulassen. Es wird nicht abgeriegelt, wie beim heutigen Projekt. Es soll verbunden werden.

Statt eine artfremde «Überbauung» ins lange Band zu «klonken», ist kleinteilig, sympathisch und massstäblich zu planen: für Menschen.

Wagen wir den «Reset». Wir wollen ein sympathisches Quartier an der Einfahrt zu unserer Stadt, nicht eine Reihe von Wohnkasernen.
Nein zum Gestaltungsplan Thurgauerstrasse!

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Banlieue vergessen! Einstieg in die Alternativen:

Während der jahrelangen Wirren um das fragwürdige Banlieue-Projekt «Thurgauerstrasse» im Gemeinderat hat Prof. Jürg Sulzer eine Alternative ohne anonyme Wohnsilos vorgestellt. Die Wohnbauten sind um Höfe gruppiert und lassen Querverbindungen zwischen den benachbarten Quartierteilen Grubenacker und Leutschenbach zu. Innen und Aussen sind besser vernetzt oder verzahnt. Damit entsteht beides: menschlicher Massstab und Durchlässigkeit. Der über 600 Meter lange Riegel mit den 5 zwischengeschalteten Hochhäusern kann das nicht bieten.

Mit einem NEIN zum megalomanen «Gestaltungsplan Thurgauerstrasse» geben wir nicht nur einem Projekt im menschlichen Massstab die Chance. Wir verhindern auch die Entstehung eine Banlieue.

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Gestaltungsplan Thurgauerstrasse und sein Vorbild

«zuerivitruv» war nachlässig und entschuldigt sich: Beim sympathischen Beispiel im vorletzten Posting handelt es sich um die Überbauung «Brahmshof» nahe der Badenerstrasse. 

Die starre Aufreihung von Hochhäusern und die Geschlossenheit des langen Riegels im Gestaltungsplan Thurgauerstrasse – woher kommen sie? «zuerivitruv» ist aus Insiderkreisen zu Ohren gekommen, dass das Vorbild in «Meudon-la-Forêt» zu suchen sei. Realisiert 1960 in der Banlieue von Paris. Frage: sind das die richtigen Baumuster für ein Zürcher Wohnquartier im 21. Jahrhundert?

Vergleichen Sie die Bilder: oben die Volumetrik des Gestaltungsplans Thurgauerstrasse, unten diejenige von Meudon-la-Forêt. 

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Pushmeldung Politik

«zuerivitruv» unterbricht seine Berichterstattung und weist mit grosser Freude auf den Artikel von Gemeinderätin Gabriele Kisker im heutigen Tagblatt der Stadt Zürich hin. Kisker ist Architektin und Juristin und befasst sich jeweils eingehend mit den Baufragen der Stadt Zürich. Im Fall der Thurgauerstrasse beklagt sie u.a. die starre Setzung von Hochhaussilhouetten und die mangelnde Einordnung im Quartier Seebach. Die Anforderungen «zukunftweisend» und «lebenswert» seien nicht erfüllt. 

Lesen Sie selbst auf Seite 50 des Tagblatts.
NEIN zum Gestaltungsplan Thurgauerstrasse.

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Haus und Umfeld

Macht eine Stadt eine Siedlung, denkt sie an ihre Kinder. Sollen Wohnbaugenossenschaften zum Zug kommen, umso mehr. Bewegung ist das Wichtigste. Da stört, wenn in der Wohnung schon bald die nächste Wand kommt. Es braucht den Auslauf nach draussen. Wasser, Büsche, Bäume, Fangis und Trottinett. Freiheitsdrang im überschaubaren Aussenraum macht die Qualität. Man muss die Kinder lassen können, Vertrauen haben. Geht das am Fuss der Hochhäuser an der Thurgauerstrasse? Ein Hochhaus ist nichts anderes als eine lange Hauszeile, die aufgestellt ist und weit unten für die sehr vielen Bewohner den einzigen Eingang hat. Die Hauszeile- oder Gruppe hingegen weist ein Vielfaches von Eingängen für eine kleine Zahl von Bewohnern auf. Das lässt ein Erkennen der Nachbarn zu. Es gibt eine Gruppierung und den Sichtbezug zur Küche und zum Balkon. Der Garten und der Spielplatz ist über die Treppe erreichbar. Nur so entsteht wertvoller Lebensraum für die ganze Familie. 

Das ist das Einmaleins der Soziologie: Hochhäuser eignen sich nicht für Familien.

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RESET an der Thurgauerstrasse

Links das bekannte Bild des ersten von 5 Wohnsilos im Projekt Thurgauerstrasse. Es zeigt im unteren Sektor A die lebbare Zone mit einem Bezug zu Umgebung, Nachbarschaft und Quartier. In den restlichen 20 Etagen darüber herrscht Eingesperrtsein. Im rechten Bildteil hat der dänische Architekt Jan Gehl graphisch dargestellt, was er für das Wohnen in der Stadt fordert: Baum, Haus und Nachbarschaft im Zusammenhang. Leben drinnen und freie Bewegung draussen ergänzen sich und sind Bedingung für ein erfreuliches Aufwachsen von Kindern und das Begegnen der Generationen.

Es braucht einen RESET an der Thurgauerstrasse. 
NEIN zu Gestaltungsplan Thurgauerstrasse.

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Familien kasernieren?

Nach der Klage über die stadträtlichen Fake News bezüglich dem Gestaltungsplan Thurgauerstrasse zurück zum Projekt selbst: Die von den Behörden schon vor Jahren konzipierte Wohnsiedlung möchte die etwa 2000 Bewohner auf technokratische Art in wenigen, aber umso grösseren und anonymeren Blöcken unterbringen. 

Schauen wir uns das erste der 5 Hochhäuser einmal pars pro toto an: Das Bild zeigt die etwa 24 Etagen die sich bis auf schwindelnde 70 Meter hinauf türmen. Zweifach schraffiert ist der Bereich wo Familien noch in Erreichbarkeit des Wohnumfeldes wohnen können. Nehmen wir noch 1 Etage (einfach schraffiert) dazu. Dann ist aber Schluss mit gutem Familienwohnen, denn der Spielplatz und die KollegInnen sind ohne Lift ausser Reichweite. 

Im Hochhaus macht die Familienzone nur 1/6 bis 1/8 seiner Höhe aus. Was soll denn im grossen Rest passieren? Und das in allen 5 Hochhäusern? 80% der gigantischen Bebauung ist damit nicht familientauglich! Wie geht das zusammen mit dem Willen, gemeinnützig für Genossenschaften zu bauen? Es erstaunt nicht, dass von einem nie an die Öffentlichkeit gelangten Brief gemunkelt wird, in dem die Genossenschaften Stadtrat Odermatt mitgeteilt haben, dass sie an Hochhäusern nicht interessiert seien.

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