Schulanfang 2

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Was denkt die Mutter? Sie hat vor fast einem Jahr an einer Orientierungsveranstaltung im Kreis 5 teilgenommen und einen Tag darauf ihren Freunden diese Zeilen per Mail übermittelt:

«Die Veranstaltung gestern war grauselig. Das Amt für Städtebau hat über irgendwelche Paragraphen und der Untergebene von Frau Gügler über Qualitäten einer Überbauung mit Ausnützungsziffer 450% geplaudert. Wir müssen uns wirklich laut wehren, damit Hochhäuser und eine unmenschliche Verdichtung nicht zum Regelfall werden.»

Bild: klimazuerich + Collage
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Schulanfang

«Ich gehe jetzt in die 1. Klasse.

Wenn es so weitergeht mit Zürich, sehe ich ja bald den Uetliberg nicht mehr.»

Solche Gedanken könnte dieser Schulbub haben. Wenn es nur das Lochergut (im Hintergrund rechts der Mitte) wäre, vielleicht noch der Prime Tower als Einzelmonument. Doch wissen wir längst, dass wir uns in einem Wildwuchs befinden. Der nächste Turm neben dem Prime-Tower folgt, denn der Grossinvestor hat einen Architekturwettbewerb veranstaltet und entschieden. Die Kulissen werden sich schliessen – Vorhang zu – Ende der Landschaftsvorstellung.

Bild: klimazuerich

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Begehrte heisse Lärmlage

Stadt und private Bauherren haben die heisse Küste «entdeckt». Die 40° C-Zone von Zürich. Nämlich das Gleisfeld an seiner breitesten Stelle. Es ist wahre Spekulation, wenn angenommen wird, dass Mieterschaften dem Lärm und der Hitze auf die Dauer widerstehen. 

Wie konnte es soweit kommen?:

Seit 2002, dem Erlass von Hochhauszonen, hat in Zürich eine Hochhausbesessenheit Behörden und gewisse Bauherrschaften erfasst. Die verlangten Eignungskriterien sind – wie diese Besetzung der Ränder des grössten Hitzefeldes u.a. zeigt – kaum je erfüllt worden. Mit der Bebauung «Letzi Turm» (Bild) möbliert bereits das dritte Wohnsiloprojekt in einer Reihe das Gleisfeld. 

«Städtebaulicher Akzent» nennt es die Bauherrschaft. Inzwischen wissen wir alle, dass Gefahr droht, wenn in Zürich von «Akzent» gesprochen wird. Wie lange noch lässt sich die Bevölkerung von «Akzenten» einmauern? 

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Die BZO macht das wunderbar

An den Rändern niedrig und grün, in den Zentren hoch und dicht – das ist die Leistung der Bau- und Zonenordnung (BZO) der Stadt Zürich. Zusammen mit den Hängen, der Altstadt, dem Pavé, den Hügelzügen und dem See als Sensation genügt das als Grundlage für eine gute und schöne Stadt. Dank der Palastbautradition der Semperschüler der ETH entstanden ausserhalb der Altstadt an den neuen Strassen des 19. Jahrhunderts sehr schöne Einzelbauten. Kreditanstalt, Trülle und das Metropol an der Limmat sind Beispiele. Die Bahnhofstrasse wurde bereits mit einem Höhenplafonds ausgestattet.

Seither macht das die Bauordnung und der später hinzugekommene Zonenplan (BZO) prächtig. Das Stadtbild hat sich gut entwickelt. Daraus herausstechen durften, nach den schon vorhanden gewesenen Kirchen, die ETH 1860 und die Universität 1914 – Bauten von öffentlicher Bedeutung. Das Resultat nach den Weltkriegen: eine schöne und gut lesbare Stadt. 

Dann folgte eine gewisse Ratlosigkeit bezüglich Stadtbild und Stadtgestaltung, bis Hochhäuser 1983 per Volksabstimmung wieder aus der Innenstadt ausgeschlossen wurden. 2002 sind für sie ausserhalb dieser City im Westen und Norden Gebiete definiert worden, wo sie unter Qualitätskriterien wieder zugelassen werden können. Wie wir täglich sehen, hat das nicht funktioniert. 

Nach dem Wildwuchs von Hochhäusern in Zürich West und Nord kann die Empfehlung nur lauten: Zurück zur BZO und Wiederabschaffung der Hochhauszonen!

Bild: NZZ/Keystone 27.7.2021

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Der Einzelbau und das Ganze

«A mouth full of bad teeth» war einer der Kommentare zum Bild des letzten Postings, das das Geschäftsviertel von London abbildet. «Jeder drauf los – die Behörde bewilligt alles», das ist kein nobler Ansatz, das führt zu Chaos und Hässlichkeit, wie im Bild rechts. In Städten, die auf ihr Erscheinungsbild achten, weiss man, dass das Einzelhaus allein als Baustein nicht genügt. Denn aus der Summe der Einzelbauten soll ein überzeugendes Ganzes entstehen. Es braucht noch etwas dazwischen.

Nehmen wir wieder einmal Paris als Beispiel, stellen wir fest, dass es einiges zwischen dem Einzelhaus und der Stadt braucht. Der Einzelbau ist in der Abfolge der Etagen geregelt, die Einzelbauten bewegen sich innerhalb eines Höhenplafonds, dann kommt die Reihe und mit ihrem Gegenüber der Boulevard einschliesslich Bäumen und erst mit den grossen Strichen der Boulevards ist das Stadtgewebe fertiggestrickt. Dass da auch noch das Material stimmt, ist wohl fast einmalig in der Welt. Es ist der helle, warmfarbige Kalkstein der Champagne. Bezüglich Baumaterial wollen wir aber die Städte Maltas, Bern, Ferrara, Venedig und Toulouse nicht vergessen.


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Falsche Weichenstellung

Hat London seine Weichen falsch gestellt? «zuerivitruv» kennt kaum eine Stadt, die so hässlich geworden ist, wie London. Natürlich sind nicht die schönen Wohnquartiere von Chelsea, Kensington, Belgravia oder Notting Hill gemeint. Alle übrigens aus dem vorletzten Jahrhundert stammend. Gemeint ist die Geschäftscity der Innenstadt. Jeder Baukonzern darf irgendwo bauen was er will. Besonders abträglich: The Shard, die Scherbe, im Bild leicht zu erkennen.

Zürich ist auf bestem Weg zur hässlichen Stadt infolge Wildwuchses. Die Hochhauszonen von 2002 sind die Grundlage zusammen mit der fahrlässigen und beliebigen Bewilligungspraxis «wo sich gerade ein Grundstück findet».

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Fortsetzung dunkle Seiten der Moderne

Warum gibt es überhaupt dunkle Seiten in der sogenannten «Moderne». Wir dürfen feststellen, dass im 21. Jahrhundert eine weitere Entwicklungsstufe gegen Widerstand von vielen veralteten Verhältnissen gezündet wurde. Die Moderne formte sich als Widerstandsbewegung und ist deshalb zwingend durch diese Geburt geformt. Fordismus in den Fabriken, statt Handarbeit in den Manufakturen und Fortschritte in der Medizin als Beispiele. Eine solche Gegenbewegung kann nicht im Gleichgewicht sein. Schon zu Beginn nicht und erst recht nicht in ihrer Fortsetzung und Verstärkung. Der Club of Rome setzte bereits 1974 Warnsignale. 

Bleiben wir im Kleinen, in der Stadt Zürich mit ihrem Bauwesen: Ungleichgewichte im Stadtbild werden deutlich sichtbar. Die Gestalt der Stadt macht, wenn es so weitergeht, wie seit 2000, keine Freude mehr. Neue Erkenntnisse, die sich nicht politisch, sondern klimatisch und energetisch abzeichnen, melden sich ungefragt und von selbst. 

Es scheint einen neuen Humanismus zu brauchen. Ideen und Ehrgeiz muss sich in bekömmlichere Richtungen als bisher bewegen. Um es kurz mit einem Beispiel zu benennen: Die Hochhausbesessenheit, angeführt vom Hochbaudepartement, ist eine Sache von gestern; auch der im Frühling beschlossene und im November zur Abstimmung kommende Richtplan. Denn darin findet sich nicht nur die Aufhebung der Höhenlimite für Hochhäuser, sondern auch noch die Möglichkeit diese zu gruppieren. Die Stadtverwaltung muss eine neue Vision erarbeiten. Wie sich bisher zeigte, geht es nicht ohne Druck aus der Bevölkerung.

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1 Jahr „zuerivitruv“

«zuerivitruv» hat am 6. August seinen 1. Geburtstag und dankt allen Leserinnen und Lesern für lesen, verbreiten und kommentieren.

Nicht alle Interessierten sind bereit, das spezielle Medium Instagram zu nutzen. Deshalb stellt «zuerivitruv» seine Postings ab heute auch auf dem Internet zur Verfügung:

www.zuerivitruv.ch   (direkt eingeben, nicht über Google)

Vitruvius schrieb vor 2000 Jahren in Rom seine zehn Bücher über Architektur. «zuerivitruv» hat den Faden für unsere Stadt vor einem Jahr wieder aufgenommen. Nicht zuletzt, weil wir uns in einer interessanten und aufregenden Zeit des Wandels befinden, in der Diskussion und Orientierung gefragt ist. Mit den bekannten Worten des Stadtwanderers Benedikt Loderer fragt «zuerivitruv»: «Müssen wir das Oberstübchen neu vermessen?»

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