Die dunklen Seiten der Moderne

Nach dem zweiten Weltkrieg ist die Welt in die blendende Moderne aufgestiegen. Überall hat sich alles vorwärtsentwickelt. Dann zeichneten sich da und dort Probleme ab. Es kam zu den allerersten Fällen des freiwilligen Verzichts auf die Produkte der andauernden Innovation. Wir erinnern uns an den Abbruch der amerikanischen Versuche, Überschall-Passagierflugzeuge zu entwickeln. Europa hat es mit der Concorde noch zustande gebracht. Mit dem Salt-Abkommen wurde der Rückbau der Atomwaffen beschlossen.

Fazit: Es muss nicht alles, was möglich ist, auch umgesetzt werden. Was in China oder in den USA an Hochhäusern, selbst zu Wohnzwecken, aufgetürmt wird, muss in der europäischen Stadt nicht zwingend nachgeahmt sein. Mit seiner kulturellen Verankerung ist Europa in der Lage, neue Entwicklungen vor ihrer Realisierung besser zu beurteilen. Zürich hat das betreffend Hochhaus und Stadtbild unterlassen.

Es ist ein Zeichen des Erwachsenwerdens in unserer Epoche der Moderne, nicht gleich alles, was möglich ist, ohne Abwägung (und in kindischem Eifer) zu realisieren.

«In Weisheit nehmen wir, was uns dienlich ist, ohne uns gleich an allem zu überessen». Abgemacht?!

Bild: 
Geschäftscity von London. Im Unterschied zu Zürich wurde dort das Wohnen nicht vom Hochhaus erfasst.

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BULK im Hang – Schaden im Pavé der Stadt

   « BULK im Hang – Schaden im Pavé der Stadt »

Weiter mit «Bulk», der grossen Masse: Die Frage des Umgangs mit grosser Masse stellt sich in Hanglage auf eigene Art. Im Gletschertal Zürichs soll der Hang fliessen. Er darf durchaus einen «Häuserpelz» haben, im Idealfall die «gestufte Hanglage». Das ist im Vordergrund mit dem brandneuen GLC-Gebäude der ETH der Boltshauser Architekten gut gelungen. Der immer noch grösste (Paul Scherrer-) Hörsaal der ETH aus dem Jahr 1950 von den Architekten Alfred und Heinrich Oeschger schmiegte sich als Vorbild  bereits dem Hang an. Das verdankt sich dem hangparallelen Schrägdach des steilen Amphitheater-Hörsaals. Deshalb ist er rechts von der Bildmitte kaum zu sehen.

Ein grosser Stilbruch ereignete sich in den Siebzigerjahren mit dem Elektrotechnischen Gebäude der ETH. Es kehrt seinen schwarzen Rücken dem Wohnquartier entgegen und verdiente sich den Übernahmen «Dinosauriersarg». Mit der visuellen Blockade geht die Blockade der Fallwinde im Hang einher. Leidtragend ist dann das Pavée der Stadt Zürich. Was die Lawinenverbauungen in den Bergen an Nutzen bringen, schaden aus Hanglagen herausstechende Verbauungen in der Stadt.

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Zürcher Hochhäuser, das Stadtbild und der Fall Bundeshaus Bern

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In dieser Bilderserie sprechen wir von «grossen Bauvolumen» und dem Umgang mit ihnen im «Stadtgefüge». Erstere nennen die Briten Bulk, das zweite Urban Fabric (Tuch / Gewebe). Was Zürich mit seinen Hochhäusern in Zürich West und Nord nicht fertigbringt, hat Bern mit dem Bundeshaus brillant gelöst. Es ist eine grosse Kunst, Grossvolumen in einem Stadtbild zu integrieren. 

Während in Zürich Hochhäuser ungefragt und irgendwo, selbst in Hanglagen, wild aus dem Stadtbild herauspoppen, hat Bern bereits um 1900 ein grosses Bauvolumen ausserordentlich klug in die Längsstruktur seiner Gassen eingesetzt. Die Bilder zeigen oben das Mittelalter und unten das Heute. Die drei Bauten, die das Bundeshaus ausmachen, nutzen die Randlage in Richtung Jungfrau-Mönch-Eiger. Damit der grosse nationale Baukomplex nicht zu starr wurde, hat man ihn dreigeteilt und die Seitenflügel in Richtung Aussicht herausgedreht. Es ist eine konkave Grossform entstanden, die sich mit dieser starken Geste den Alpen zuwendet. Bei der stupenden Erfüllung der nationalen Aufgabe hat der Patient Bern bestens überlebt. «zuerivitruv» fragt: Wo in der Welt wurde die Aufgabe besser gelöst?

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Zürich verbannt Hochhäuser aus seinem Stadtbild

Der Tages-Anzeiger berichtete vom Verbot der Kreuzfahrtschiffe in der Lagune von Venedig (Bild).

«zuerivitruv» würde sehr gerne darüber berichten, dass Zürich Hochhäuser aus seinem Gletschertal verbannt hat.

Nicht nur das Stadtbild, ebenso die Kriterien Energie, Ökologie und Soziologie des Wohnens machen einen solchen Schritt längst fällig. Werden alle diese Kriterien zusammen umgesetzt, könnte man in Zürich vom zeitgemässen Paradigmenwechsel (Wechsel der Grundauffassung) sprechen. Zürich hätte seine städtebaulichen Hausaufgaben gemacht.

Davon kann im Richtplan, der im Frühling vom Gemeinderat verabschiedet wurde, leider keine Rede sein. Neben vernünftigen Festlegungen, wurde die Aufhebung der Höhenlimite für Hochhäuser und die Möglichkeit, Gruppen davon zu erstellen, beschlossen. 

Die Abstimmung kommt im November.

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BULK-on-Sea

Buchten sind oft Zierden von europäischen Städten. Zürich hatte einst Erfolg in der Verteidigung seiner ausnehmend schönen und nützlichen Bucht. Nützlich für die Freizeit dank seinen Quaianlagen aus dem Jahr 1885.

Zuviel Wucht in die Bucht hätte ein völlig überdimensioniertes Projekt des anerkannten und talentierten Architekten Raffael Moneo für ein neues Kongresshaus am See  gebracht. Das Zuviel an «Bulk»* war nicht sein Fehler. Wie schon damals üblich, hat die den Architekturwettbewerb veranstaltende Stadt Zürich das Raumprogramm völlig überladen. Das Gebäude hätte doppelte Höhe des Roten Schlosses erreicht. Das Projekt wurde 2008 abgelehnt. Ein Fall von abgelehntem Koloss, von abgelehntem «Bulk». Wie Sie auf der letzten Zeile sehen, brauchte es dazu den Einsatz der Bürgerschaft.

*Die Definition von Bulk findet sich 2 Postings zurück.

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BULK ist unangenehm

Es beginnt im Quartier, in der Quartierstrasse und überall in der Stadt, wo wir uns bewegen. Der Mensch hat erdrückende Masse von seiner Natur her nicht gerne. Sie bedrängt ihn und nimmt ihm den Überblick. Eine Stadt, die etwas auf sich hält, kümmert sich um das Wohlergehen seiner Bürger. Zürich hat seine Zügel zu Ungunsten seiner Bewohner 2002 fahren lassen, zugeschaut und nach dem sich schon lange abzeichnenden betrübliche Resultat mit dem «Stoppelfeld» in Zürich West und Nord immer noch keine Schlüsse gezogen. Der GLP gelang es im letzten Frühling sogar die Aufhebung der Höhenlimite für Hochhäuser und deren Gruppierung im Richtplan der Stadt Zürich zu verankern.

«zuerivitruv» erinnert:

  • Die Ausnützungsziffer regelt die mögliche Baumasse auf den Grundstücken in Zürich. Das Hochhaus bringt keine Verdichtung.
  • Hochhäuser sind Strömungshindernisse, die sich dem Luftaustausch und den Fallwinden entgegenstellen. Sie tragen zur Überhitzung der Innenstadt bei.
  • Hochhäuser sind bei der Erstellung und im Betrieb Energieschleudern.
  • Hochhäuser beeinträchtigen das Allgemeingut des Stadtbildes in den europäischen Städten.

«zuerivitruv» empfiehlt für unser Gletschertal ein Moratorium für Hochhäuser.


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BULK

Wir müssen unbedingt einmal über «BULK» sprechen, bevor wir auf der Schiene des Städtebaus weiterfahren. Das Wort ist englisch und bezeichnet erdrückende Masse. Das Wort ist von der emotionalen Sorte und wissenschaftlich nicht zu gebrauchen. Da wir aber Menschen sind, kommt es wieder ins Spiel. Geht es um nationale Präsenz, ist «BULK» wohl noch hinzunehmen. Denken wir dabei an unser Bundeshaus*. Geht es aber lediglich um spekulativen Büro- oder Wohnungsbau im Allgemeingut des Stadtbilds, darf BULK wohl nicht vorkommen; jedenfalls nicht in einer würdigen europäischen Stadt. Und für Zürich gesprochen: nicht in lieblicher Landschaft mit See, Hügelzügen und Alpenkranz.

* Bei Zeit und Gelegenheit wird «zuerivitruv» dessen gekonnte Einordnung trotz BULK besprechen.

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Ungeschliffener Charme

Wenn Zürich West thematisiert werden muss, wird verlegen von «ungeschliffenem Charme» gesprochen. «zuerivitruv» hat das kürzlich in einer einschlägigen Homepage gelesen. Das kann ganz gut ein Zeugnis für die zürcher Ratlosigkeit im Städtebau sein. 2002, nach dem Erlass der Hochhauszonen durch Stadtrat Elmar Ledergerber, war es vielleicht noch «sauglatt», schon mit dem ersten Hochhaus die 80 Meter-Limite um 46 Meter zu übertreffen. Damals ging es noch um die Überwindung der angeblich kochschen Blockade. Gemeint ist Stadträtin Ursula Koch, die damalige Vorsteherin des Hochbaudepartements. Falsch Gebautes ist nicht wiedergutzumachen. Ist das ein Grund, auf dieser Spur, die heute nur noch wenigen Freude macht, weiterzufahren? Wollen wir dieses fragwürdige «Stoppelfeld» der wild gesetzten Hochhäuser fortsetzen? Wollen wir, wie London, zur hässlichen Stadt werden?

Wie wäre es, angesichts des dürftigen Resultats und angesichts der Fragen von Klima, Energie und Ökologie die Aufhebung der Hochhauszonen zum Thema zu machen? Das wäre Fortschritt!

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